„Bekloppt sein“ kommt eigentlich aus dem Niederdeutschen und leitet sich davon ab, dass jemand einen Schlag auf den Kopf bekommen hat und dadurch verwirrt ist.
Wenn wir darüber einmal nachdenken, kommt uns das auf jeden Fall bekannt vor. Entweder wir selbst denken, dass wir bekloppt oder leicht verwirrt sind oder wir denken, dass andere nicht so sind, wie wir sie uns wünschen, und anders herum genauso, ja, auch andere Menschen denken manchmal, dass wir eigenartig sind und kommen mit uns oder unserer Art nicht so hundertprozentig klar.
Wenn wir schon mal beim Wünschen sind, so kurze Zeit nach der Fußballweltmeisterschaft in Kanada, Mexiko und den USA wissen wir, dass manche Wünsche in Erfüllung gingen, viele aber nicht.
Und trotzdem gibt es da diese Hoffnung, die uns und viele andere Menschen antreibt, weiter zu machen, weiter zu fiebern, irgendwann wieder zu feiern.
Für die Spanier ist dieser Wunsch, dieser Traum in Erfüllung gegangen.
Und für die deutsche Mannschaft, und damit auch indirekt für uns, gibt es auch diese Hoffnung: ein neuer Trainer, ein Trainer, der die Mannschaft besser trainiert und besser aufstellt, sie besser motiviert, ein alter Bekannter: Jürgen Klopp. Ein Mann, der viel erreicht hat im Fußball, ein Mann, der polarisiert und der immer Vollgas gibt.
Als immer mehr über Jürgen Klopp gesprochen wurde und auch immer klarer wurde, dass er als neuer Trainer in Frage kommt, habe ich mir mal auf YouTube ein paar Highlights von ihm angesehen.
Es fiel schnell auf, dass er eine starke Persönlichkeit mit viel Humor und Wortwitz ist und er viel Kraft für seine Tätigkeit als Trainer und Galionsfigur der jeweiligen Mannschaft braucht.
Und dann, zwischen den lustigen Highlights, wird ihm plötzlich diese Frage gestellt: „Was macht Sie stark im Leben und was gibt Ihnen Kraft?“ Und dann kommt seine sehr ehrliche und offene und in unserer Zeit auch ein wenig mutige Antwort: „Ich bin gläubiger Christ und habe eine fantastische Familie, also ist das die Basis für alles und der Rest sind Probleme, die man Regeln kann.“
Für viele war und ist die Familie die Basis für ein glückliches Leben.
Manche stellen dies erst fest, wenn diese Basis, aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr da ist.
Aber noch erstaunlicher ist doch eher die Aussage, dass Jürgen Klopp gläubiger Christ ist.
Mutig ist das insoweit, weil gerade er bestimmt des öfteren in Frage gestellt wird und es ist sicher beim ein oder anderen im Kopf, ob er sich in manchen Situationen christlich verhalten hat.
Niemand ist perfekt, niemand schafft es immer komplett so zu handeln, wie es Jesus getan hätte. Und selbst Jesus wurde ein paar Mal für wahnsinnig, verwirrt oder einfach bekloppt gehalten.
Als Jesus das Gleichnis vom guten Hirten erzählte und dass er als Hirte vorweg geht und ihm seine Schafe folgen, weil sie ihn kennen und ihm vertrauen, legte er das Bekenntnis ab, dass er als guter Hirte sein Leben für seine Schafe lassen würde. Er lässt sein Leben freiwillig, um es später wieder zu empfangen.
Daraufhin sagten seine Zuhörer, dass er von Dämonen besessen und von Sinnen ist.
Jesus ist es aber, der uns diese Zusage macht, dass er da ist für uns und sein Leben für uns gelassen hat, um für uns den Tod zu besiegen, damit wir leben, hoffen und feiern können. Er geht, wie ein Fußballtrainer, vor seiner Mannschaft her und möchte uns führen. Wir dürfen uns auf ihn verlassen, aber geben wir ihm die Chance uns zu „bekloppen“?
Der gute Hirte meint es ehrlich und gut mit uns, darauf können wir bauen, er kann auch unsere Basis sein; im Fußball Klopp, im Leben Jesus.