Was lange Zeit technisch als unmöglich galt, hat Ardagh für Jägermeister nun erfolgreich umgesetzt: Die bekannten grünen Flaschen für den Kräuterlikör werden in Obernkirchen mit einem revolutionären Hybridofen in Serie produziert, der CO₂-Emissionen pro Flasche um rund 60 Prozent senkt.
Jägermeister stellt als erster Spirituosenhersteller auf diese CO₂-reduzierte Serienproduktion um, schon seit März entstehen in der NextGen Furnace Hybrid-Schmelzwanne bei Ardagh Glass Packaging in Obernkirchen die neuen umweltfreundlicheren Flaschen. 14 Millionen der bekannten 0,7-Liter-Flaschen jetzt im neuen ökologisch verbesserten Verfahren sollen jährlich in Obernkirchen produziert werden.
„Mit dem Übergang in den kommerziellen Serienbetrieb wird aus einer technologischen Innovation ein verlässlicher Bestandteil unserer Lieferkette, und somit ein wichtiger Hebel für die Erreichung unserer Nachhaltigkeitsziele“, betont Carsten Doliwa, Vice President Procurement bei Mast-Jägermeister SE. Laut Doliwa ist das nicht etwa ein Projekt, sondern ein Meilenstein für das Unternehmen.
Für das Unternehmen aus Wolfenbüttel sind diese Hebel strategisch entscheidend: Rund 30 Prozent der Emissionen entstehen bei der Flaschenherstellung, mehr als 90 Prozent insgesamt in der Lieferkette. Bis 2030 will Jägermeister die Emissionen aus Primärverpackungen um 50 Prozent senken. Das sei zwar ein ambitioniertes Ziel, das aber durch die Fertigung in Ardaghs Hybrid-Schmelzwanne nun in greifbare Nähe rückt.
Technischer Durchbruch im Detail
Der NextGen Furnace unterscheidet sich grundlegend von konventionellen Glasschmelzöfen: Mit 42 Bodenelektroden schmilzt er das Glas aus Altglasscherben, Sand, Soda und Kalk bei 1.100 Grad – zu 80 Prozent mit Strom aus vollständig erneuerbaren Quellen und nur 20 Prozent Sauerstoffgas-Feuerung. Joris Goossens, R&D Project Manager bei Ardagh Glass Packaging Europe und Mitentwickler der Technologie, erklärt bei einem Pressetermin vor Ort: „Die NextGen Furnace Technologie ist ein Meilenstein für die Glasindustrie, weil rund 60 Prozent der eingesetzten Energie aus Strom aus vollständig erneuerbaren Quellen stammen. Sie zeigt zugleich, dass elektrisch unterstütztes Schmelzen die Qualitätsanforderungen einer industriellen Glasproduktion im großen Maßstab erfüllt.“ Allerdings gibt es da auch Grenzen, bislang konnte man zwar problemlos braune Flaschen fertigen, aber eben kein Grünglas für die typischen Jägermeister-Flaschen. Das Problem konnten die Ingenieure aber nach und nach in der Entwicklung zur vollen Zufriedenheit von Jägermeister lösen. 2025 hatten sich die beiden langjährigen Partner über die mögliche CO₂-reduzierte Produktion unterhalten und heute ist das Realität.
Bereits jetzt haben über eine Million Flaschen das Werk in Obernkirchen verlassen und rollen per Lkw die 150 Kilometer nach Wolfenbüttel-Linden, wo der Likör abgefüllt wird. Käufer erkennen die neuen Öko-Flaschen einfach am Schriftzug „AGP NextGen“ auf dem Boden. Ardagh ist als langjähriger Partner in der Produktion und Lieferant von fast der Hälfte aller Jägermeister-Flaschen.