Partnerschaftsvereine arbeiten meistes bescheiden, im Stillen und beständig. So kann auch der Partnerschaftsverein „Deutsch-Ukraine-Gesellschaft e.V. Bad Nenndorf“ in seiner Arbeitsweise und -haltung beschrieben werden.
Jetzt sorgte der Verein mit weiteren Unterstützern dafür, dass ein ukrainischer Sicherheits-Service ein dringend benötigtes Rettungsfahrzeug erhalten konnte.
„Wir haben für einen Sicherheits-Service der Ukraine, der für den Schutz von Staatsgästen verantwortlich ist – und auch für den Schutz von Präsident Selenskyj – über eine entsprechende gemeinnützige Organisation vor Ort eine Anfrage erhalten, ob es uns möglich ist, einen ausgestatteten Krankenwagen zu beschaffen. Und das haben wir dann über die Deutsch-Ukrainische Gesellschaft, über den ASB, erreichen können“, erklärt Julian Kelterborn, der Vorsitzende der Deutsch-Ukrainischen-Gesellschaft Bad Nenndorf e.V.
Den direkten Transport in die Ukraine habe der „Blaue Rettungsstern“ mit Sitz in Hamburg übernommen, deren Mitarbeitenden zu dem Zeitpunkt selbst auf dem Weg in die Ukraine waren.
Dass sei alles sehr gut und „einfach verlaufen“ betont er. „Natürlich muss man zuvor ein paar Zolldokumente entsprechend für ein humanitäres Hilfsgut beantworten, aber Fahrzeugtransfers laufen sehr reibungslos“, schildert er aus eigenen Erfahrungen.
Die Finanzierung lief als Spende von „United Unmanned Systems GmbH“ in entsprechender Höhe an die Deutsch-Ukraine Gesellschaft in Bad Nenndorf, die daraufhin das Fahrzeug gekauft hat. Die Übergabe erfolgte in der Ukraine in der Zusammenarbeit mit der gemeinnützigen Organisation „Modern Ukraine”.
Der ukrainische Sicherheitsdienst beschreib diese Spende auf Social Media als „wichtige logistische Unterstützung an die Ukraine“. Über einen entsprechenden Krankenwagen verfügten sie bis dahin nicht. Und weiter heißt es dort: „Diese Unterstützung ist ein Beispiel für eine wahre Partnerschaft, die unseren Staat stärkt.“
Das ukrainische Medizinische Supportzentrum des Services entwickelt und stärkt fortlaufend seine Fähigkeiten. Seine Hauptaufgabe ist die Organisation von qualitativ hochwertiger medizinischer Versorgung für Militärpersonal und ihre Familienmitglieder sowie medizinische Unterstützung für die Erfüllung von Aufgaben, „die den ukrainischen Gesetzeshüter durch die Einheiten des Staatsgarde-Service der Ukraine zugewiesen werden“.
Zur Übergabe erwarteten die deutschen Überbringer eine junge Frau im Rang eines Obersts, die stellvertretende Leiterin des Zentrums für internationale Zusammenarbeit und strategische Kommunikation des Ministeriums für die Staatsschutz der Ukraine. Sie kam aber nicht. – Wenig später erfuhren alle an der Übergabe des Fahrzeugs Beteiligten, dass sie bei einem Raketenangriff in der Region Kiew tags zuvor getötet wurde.