Die Evangelisch-Lutherische Landeskirche Schaumburg-Lippe stellt den Tagungs- und Beherbergungsbetrieb im Pfarrhof Bergkirchen aus wirtschaftlichen Gründen ein.
Für die Mitarbeitenden sind umfassende sozialverträgliche Lösungen vorgesehen.
Der Pfarrhof Bergkirchen, Tagungsstätte der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Schaumburg-Lippe, stellt seinen Tagungs- und Beherbergungsbetrieb zum 31. März 2026 ein. Die Entscheidung hat der Landeskirchenrat nach intensiver Beratung und angesichts der seit Jahren schwierigen wirtschaftlichen Entwicklung getroffen. Trotz landeskirchlicher Zuschüsse und vielfältiger Anstrengungen zur Steigerung der Auslastung ließ sich ein dauerhaft tragfähiger Betrieb nicht mehr sichern.
Bereits im Jahr 2025 musste die Landeskirche erhebliche Mittel zuschießen, um Löhne, Sozialabgaben, Steuern und laufende Kosten zu decken. Für das erste Halbjahr 2026 wurde auf Basis der Buchungslage erneut ein deutliches Defizit erwartet. Den kalkulierten Einnahmen standen hohe Personalkosten und Sachaufwendungen gegenüber. Gleichzeitig gingen viele Buchungen nur noch von kleinen Gruppen mit kurzen Aufenthalten aus. Vor diesem Hintergrund hat der Landeskirchenrat beschlossen, den Beherbergungsbetrieb zum 28. Februar zu beenden und den Tagungs- und Bewirtungsbetrieb zum 31. März 2026 vollständig einzustellen.
Die Landeskirche bedauert die Schließung des traditionsreichen Hauses und dankt allen Gästen, Kirchengemeinden und Institutionen, die den Pfarrhof Bergkirchen über viele Jahre genutzt und geprägt haben. Für bereits geplante Aufenthalte wurden die betroffenen Gruppen direkt angeschrieben. Zusammen mit dem Bildungs- und Tagungshaus „Denkhaus Loccum“ sowie der Tagungsstätte Loccum wurden Vereinbarungen getroffen, damit sich Gruppen nach freien Kapazitäten erkundigen und ihre Veranstaltungen nach Möglichkeit dorthin verlegen können.
Ein zentrales Anliegen der Landeskirche ist der faire Umgang mit den Mitarbeitenden. Diese wurden frühzeitig in Mitarbeitendenversammlungen über die wirtschaftliche Situation und die Überlegungen zur Zukunft des Pfarrhofs informiert. In enger Zusammenarbeit mit der Mitarbeitendenvertretung wurde ein umfassender Sozialplan entwickelt. Dieser umfasst unter anderem sozial abgefederte Kündigungsfristen, Abfindungsregelungen, die Nutzung von Resturlaub und Überstunden im Schließungszeitraum sowie individuelle Perspektiven, etwa den Übergang in den Ruhestand für Mitarbeitende, die dies wünschen. Ziel ist es, die persönlichen Folgen der betriebsbedingten Schließung so sozialverträglich wie möglich zu gestalten.
Perspektivisch soll das Gelände des Pfarrhofs veräußert werden; eine Teilung des Grundstücks und die Nutzung als Baugrundstücke bzw. Erbpachtflächen werden geprüft. Über weitere Schritte wird die Landeskirche zu gegebener Zeit informieren.