Deutschland scheint tief gespalten, Gräben scheinen täglich tiefer zu werden, die Fronten härter, die Sitten rauer. Wo es früher noch zivilisierte Debatten gab, wird heute munter geschimpft und beleidigt. So zumindest lautet eine weitverbreitete Meinung im Zeitalter Sozialer Medien und der sie lenkenden Algorithmen.
Auch politische Kabarettisten halten sich dabei im Stellungskrieg der Meinungen nicht immer vornehm zurück. Christian Ehring, bundesweit bekannter Moderator von „extra3“ und Ensemblemitglied der „heute-show“, hat sich in seinem brandneuen Soloprogramm “Versöhnung” nun dazu entschlossen, der Spaltung den Kampf anzusagen und ein engagiertes Plädoyer für Versöhnung zu halten. Letzteres betrifft uns und die Welt um uns herum, links mit rechts, Elmex mit Aronal. Ort des Versuches ist dabei die Bühne. Die Zuschauer erwartet eine hochaktuelle, politische und auch diskursive Show, die sich nicht auf das Trennende konzentriert, sondern auf das, was uns hoffentlich noch miteinander verbindet. Dies fängt für den Künstler damit an, einander zuzuhören, wozu der Abend reichlich viel Gelegenheit bietet.
Der Rheinländer Ehring wird dazu auf Einladung von IG Metall und GEW am Freitag, dem 27. November um 20 Uhr in der Aula des Ratsgymnasiums gastieren und dabei die diesjährigen Kleinkunsttage bereichern. „Wer ihn jemals live auf der Bühne erlebt hat, wird bestätigen, dass das TV-Format nur ansatzweise die zahlreichen künstlerischen Talente des Kabarettisten wiederzugeben vermag“, so die Organisatoren der Kleinkunsttage in einer Pressemeldung. Das ehemalige Mitglied des legendären Düsseldorfer “Kommödchen” versteht es, „mit Hilfe seines Klavierspiels und seiner satirischen Lieder sowie seiner rhetorischen Brillanz eine Show mit Schwung, Verve und Witz zu präsentieren, die nicht nur Lacher produziert, sondern auch zum Nachdenken anregt“. Dabei vermeidet er billige Kalauer, bewahrt aber stets seinen Sinn für schwarzen Humor und die Fähigkeit zur gezielten Pointe. Auch in Stadthagen dürfte er souverän demonstrieren, dass die zahlreichen Preise für seine Arbeit als Kleinkünstler kein Zufallsprodukt sind, sondern Bestätigung der Tatsache, dass er zur ersten Liga des politischen Kabaretts gehört. Karten für die Vorstellung gibt es ab sofort im Vorverkauf in der Alten Polizei Stadthagen, beim I-Punkt und in der Buchhandlung Schmidt.