Es gibt Momente in der Bilanzpressekonferenz eines Bankhauses, in denen die nackten Zahlen eine Sprache sprechen, die über bloße Buchhaltung hinausgeht. Bei Michael Joop und Nils Bradtmöller, den Vorständen der Volksbank Hameln-Stadthagen eG, war diese Freude bei der Vorstellung des vergangenen Geschäftsjahres nicht zu übersehen. Mit einem durchgehenden Lächeln präsentierten sie Ergebnisse, die in der Geschichte des Instituts ihresgleichen suchen. Das Fundament dieses Erfolgs ist dabei so simpel wie wertvoll: Das tiefe Vertrauen der fast 69.000 Kunden, die ihr Vermögen bei der genossenschaftlichen Bank sicher und gut aufgehoben wissen. Michael Joop sprach in diesem Zusammenhang euphorisch auch vom zweitgrößten Bilanzwachstum „aller Zeiten“, während er beim Kreditwachstum sogar noch eine Schippe drauflegte und vom absolut größten Sprung in der Historie der Bank berichtete.
Ein kerngesundes Bankhaus als regionaler Anker
Dass die Volksbank ein kerngesundes Fundament besitzt, untermauern die beeindruckenden Eckdaten des Berichts. Erstmals in der Geschichte überschritt die Bilanzsumme die magische Grenze von zwei Milliarden Euro. Mit einem Kreditvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro und Kundeneinlagen in Höhe von 1,6 Milliarden Euro zeigt sich das Institut als kraftvoller Motor für die lokale Wirtschaft. Dabei ist die Bank weit mehr als nur ein Zahlenkonstrukt: Mit 14 Anlaufstellen, bestehend aus Geschäftsstellen und SB-Zonen, bleibt sie physisch in der Fläche präsent. Entgegen dem Branchentrend gab Michael Joop ein klares Versprechen ab, dass man genau dort bleiben werde, wo man jetzt sei. Filialschließungen stehen nicht auf der Agenda, denn das Ziel bleibt unverändert, dass es der gesamten Region durch die Präsenz der Bank gut geht. Diesen Erfolg teilen die Verantwortlichen direkt mit ihren rund 34.000 Mitgliedern, die sich über eine Gesamtausschüttung von 573.000 Euro freuen dürfen.
Wohnträume als stabiler Sicherheitsfaktor
Trotz einer allgemein eher stagnierenden Bautätigkeit im Land zeigt sich der Immobilienmarkt im Geschäftsgebiet der Volksbank erstaunlich vital. Der Verkauf von Immobilien laufe laut Joop „wahnsinnig gut“, was wiederum das Kreditgeschäft beflügele. Die Strategie der Bank setzt hierbei bewusst auf Bodenständigkeit statt auf Risiko: Anstelle von riskanten Großprojekten prägen kleinteilige Kredite mit einem Durchschnittsvolumen von rund 200.000 Euro das Portfolio. Diese Granularität sorgt für eine außergewöhnliche Stabilität. Nils Bradtmöller betonte, dass Kreditausfälle so gut wie nicht existieren, da das eigene Zuhause für die Menschen das letzte Gut sei, das sie aufgeben würden. Dass der Neubau dennoch unter bürokratischen Hürden und steigenden Kosten leidet, sieht Michael Joop kritisch und mahnt an, dass langwierige Genehmigungsverfahren und eine komplexe Rechtslage wichtige Investoren ausbremsen.
Ertragskraft als Schutzschild für die Zukunft
Die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Bank präsentiert sich so robust wie nie zuvor. Mit einem Rekordgewinn von 19,4 Millionen Euro vor Steuern hat die Volksbank ihre Ertragskraft massiv gestärkt. Diese sprudelnden Einnahmen speisen sich aus einem gesunden Mix: Über 17 Millionen Euro wurden im Provisionsgeschäft erwirtschaftet, ergänzt durch beachtliche Mieterträge von über acht Millionen Euro. Parallel dazu gelang es durch Prozessoptimierungen, die Produktivität der 295 Mitarbeitenden zu steigern, ohne Personal abzubauen. Dieser finanzielle Puffer dient laut Vorstand auch zur Aufstockung des Eigenkapitals, das als essenzielles „Schutzschild“ gegen künftige Risiken gilt und weitere Expansionspläne ermöglicht. Die Mitglieder profitieren von dieser Stärke unmittelbar durch eine attraktive Dividende von vier Prozent.
Ausgezeichnete Qualität und Blick nach vorn
Der hohe Standard der Beratung wird nicht nur durch die Zahlen, sondern auch durch unabhängige Tester bestätigt. So holte sich das Haus zum wiederholten Male den Titel als „Beste Bank im Private Banking“ und wurde bereits zum siebten Mal als beste Bank der Region Hameln ausgezeichnet. Um diesen Vorsprung zu halten, setzt die Bank auf kontinuierliche Weiterbildung und moderne Technologien. So wird auch das Thema Künstliche Intelligenz offensiv angegangen, um die Berater dort zu unterstützen, wo es den Service für den Kunden verbessert. Dass der stark regulierte deutsche Markt und die hiesige Bürokratie zwar herausfordernd sind, sieht Michael Joop mit einem Augenzwinkern auch als Vorteil: Sie halten internationale Wettbewerber fern und sichern der tief verwurzelten Regionalbank ihren exzellenten Status.
Ein Versprechen für die Geschäftsstellen: „Da, wo wir jetzt sind, bleiben wir auch!”