Sanierung oder Neubau? | Schaumburger Wochenblatt

Sanierung oder Neubau?

Wohlfühltermin noch in der neuen Aula des Gymnasium Ernestinum „ErnA”. Hier werden aktuell noch der Eingangsbereich und das Foyer ertüchtigt.  (Foto: ste)
Wohlfühltermin noch in der neuen Aula des Gymnasium Ernestinum „ErnA”. Hier werden aktuell noch der Eingangsbereich und das Foyer ertüchtigt. (Foto: ste)
Wohlfühltermin noch in der neuen Aula des Gymnasium Ernestinum „ErnA”. Hier werden aktuell noch der Eingangsbereich und das Foyer ertüchtigt. (Foto: ste)
Wohlfühltermin noch in der neuen Aula des Gymnasium Ernestinum „ErnA”. Hier werden aktuell noch der Eingangsbereich und das Foyer ertüchtigt. (Foto: ste)
Wohlfühltermin noch in der neuen Aula des Gymnasium Ernestinum „ErnA”. Hier werden aktuell noch der Eingangsbereich und das Foyer ertüchtigt. (Foto: ste)

Zwischen architektonischem Erfolg und statischen Hiobsbotschaften: Die jüngste Sitzung des Kreisbauausschusses in Rinteln unter dem Vorsitz von Sandra Schauer-Bolte glich einer emotionalen Achterbahnfahrt. Während die Modernisierung des Gymnasiums Ernestinum als Vorzeigeprojekt glänzt und die angrenzende IGS durch ihre Holzbauweise bereits überregional Anerkennung fand, offenbart der Zustand der benachbarten Kreissporthalle massive Mängel.

„ErnA“ als neuer Kultur-Hotspot

Das Gymnasium Ernestinum hat sich zum positiven Standortfaktor entwickelt. Ursprünglich rein schulisch geplant, wurde die Aula („ErnA“) nach dem Wegfall des Brückentorsaals auf Wunsch der Stadt zum multifunktionalen Veranstaltungsort umgebaut. Unterstützung dafür gab es vom Landkreis Schaumburg, der sein Investitionsvolumen von ursprünglich 1,1 Millionen auf 2,2 Millionen Euro aufstockte. Aktuell werden der Eingangsbereich und das Foyer finalisiert; zudem erhält die Brandschutztechnik ein Upgrade.

Die Kreissporthalle: Ein Sanierungsfall mit Tücken

Deutlich düsterer fiel der Bericht von Hochbauamtsleiter Steffen Mitschker und seinem Stellvertreter Thomas Kreimeyer zur 1973 errichteten Kreissporthalle aus. Trotz einer Dachsanierung um die Jahrtausendwende ist die Halle heute ein Sorgenkind der Statik und Sicherheit: „Bei bis zu 1.000 Besuchern und Sportlern gleichzeitig haben Sicherheit und moderner Brandschutz oberste Priorität“, so Mitschker. Die Liste der Mängel ist lang und kritisch:
Statik-Risiko: Die nachträglich aufgesetzte Stahldachkonstruktion verliert im Brandfall schlagartig ihre Tragfähigkeit – ein gefährlicher Nachteil gegenüber Holzkonstruktionen.
Bauliche Sünden: In die tragenden Holzträger des Daches wurden für Leitungsverlegungen Löcher gebohrt. In der Baustatik gilt dies als absolutes „No-Go“ und schwächt die Tragfähigkeit des Daches.
Veralteter Brandschutz: Die Halle entspricht nicht mehr den heutigen Sicherheitsanforderungen für Großveranstaltungen.

Die Gretchenfrage: Sanierung oder Abriss?

Noch priorisiert der Landkreis den Erhalt der Grundsubstanz. Ein Neubau würde nicht nur enorme Kosten verursachen, sondern auch logistische Probleme aufwerfen: Die Suche nach freien Flächen und der jahrelange Ausfall von Sportunterricht für die Schulen sind kaum tragbar. Dennoch gibt es einen „Kipppunkt“, bei dem man um einen Neubau nicht herum kommt. Deshalb plant der Landkreis parallel zur Sanierungsplanung in Form einer Machbarkeitsstudie auch einen Neubau der Kreissporthalle in Rinteln. Ausblick: Das Kreisbauamt wird über den Sommer weitere Daten und belastbare Kalkulationen zusammentragen. Erst danach kann die Politik entscheiden, ob das „Fass ohne Boden“ saniert wird oder ein moderner Neubau die wirtschaftlichere Lösung ist.


Sonja und Stephan Weichert
Sonja und Stephan Weichert
Freie Journalisten
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