Am Dienstag, den 20. Januar um 19 Uhr, öffnet das Evangelische Gemeindezentrum Rote Schule seine Türen für ein besonderes Theaterstück: „Hermine Katz und das ungeheure Wissen der Dachböden“. Die evangelische Kirchengemeinde und das Diakonische Werk des Kirchenkreises Grafschaft Schaumburg laden herzlich zu dieser Aufführung der freien Bühne Wendland ein.
Das Stück erzählt die bewegende Geschichte der jüdischen Familie Mansfeld im Wendland. Die Trödlerin Hermine Katz entdeckt auf einem Dachboden in Lüchow ein altes Foto und begibt sich auf eine Reise in die Vergangenheit. Sie erfährt von „dem Judenheinzi“, seiner Mutter Ottilie Mansfeld, dem Großvater Siegmund und anderen Familienmitgliedern. Die Mansfelds lebten über Generationen in Lüchow, bis Bürgermeister von Weye am 17. Juli 1942 die Stadt für „judenfrei“ erklärte.
Regisseur Caspar Harlan hat nach intensiven Recherchen ein eindrucksvolles Theaterstück für die Schauspielerin Kerstin Wittstamm geschrieben. Die Inszenierung besteht aus vielen kleinen Szenen, in denen Wittstamm die Betroffenen, Zeitzeugen und Täter lebendig werden lässt. Diese Darstellungen machen das Stück zu einem eindrucksvollen Theatererlebnis.
Am Vormittag wird das Stück auch in einer Schulklasse der Integrierten Gesamtschule Obernkirchen aufgeführt, um die Aktualität und Relevanz der Thematik zu unterstreichen. Nach der Abendvorstellung lädt Kerstin Wittstamm das Publikum zu einem Gespräch ein, um über die Eindrücke und die historische Bedeutung des Stückes zu diskutieren.
Der Eintritt zur Aufführung ist frei, und alle Interessierten sind herzlich willkommen, sich von der Geschichte der Familie Mansfeld berühren zu lassen.