Verlegung der Erdkabel könnte 2028 beginnen | Schaumburger Wochenblatt

Verlegung der Erdkabel könnte 2028 beginnen

Friedrich Imhoff lässt sich Einzelheiten zu den Erdkabeln erklären, die für den Rhein-Main-Link verbaut werden (daneben auf dem Tisch ein Stück Kabelschutzrohr).  (Foto: bb)
Friedrich Imhoff lässt sich Einzelheiten zu den Erdkabeln erklären, die für den Rhein-Main-Link verbaut werden (daneben auf dem Tisch ein Stück Kabelschutzrohr). (Foto: bb)
Friedrich Imhoff lässt sich Einzelheiten zu den Erdkabeln erklären, die für den Rhein-Main-Link verbaut werden (daneben auf dem Tisch ein Stück Kabelschutzrohr). (Foto: bb)
Friedrich Imhoff lässt sich Einzelheiten zu den Erdkabeln erklären, die für den Rhein-Main-Link verbaut werden (daneben auf dem Tisch ein Stück Kabelschutzrohr). (Foto: bb)
Friedrich Imhoff lässt sich Einzelheiten zu den Erdkabeln erklären, die für den Rhein-Main-Link verbaut werden (daneben auf dem Tisch ein Stück Kabelschutzrohr). (Foto: bb)

Möglicherweise werden 2028 erstmals im Landkreis Schaumburg Bagger rollen, um die Erdkabel für den Rhein-Main-Link in die Erde zu bringen. Das Infrastrukturunternehmen Amprion hat die Antrags-Trasse für den Energie-Korridor mittlerweile genau geplant und will diese im September bei der Bundesnetzagentur zur Genehmigung einreichen.

Zahlreiche Interessierte kamen zum Bürgerinformationsmarkt, mit dem Amprion im Dorfgemeinschaftshaus in Pohle zu Einzelheiten des Projekts aufklärte. Hier konnten sie sich zum Beispiel den genauen Trassenverlauf aufzeigen lassen, interessant nicht zuletzt für die Grundstückseigentümer.

Genauer Verlauf erarbeitet

Die Planer haben den Verlauf nun „flurstückgenau“ erarbeitet. Zu den verschiedensten Aspekten fragten die Besucher intensiv nach, an den verschiedenen Stationen entwickelten sich angeregte Gespräche.
Friedrich Imhoff aus Hülsede hatte sich noch einmal erläutern lassen, was nach der Inbetriebnahme des Rhein-Main-Links im Falle einer Störung passiert. Dann ist es nämlich nicht nötig, das betroffene Erdkabel in einem ganzen Abschnitt wieder freizulegen. Stattdessen können an sogenannten Muffenpunkten die defekten Kabelabschnitte aus den Kabelschutzröhren herausgezogen und repariert oder ausgetauscht werden. Die landwirtschaftlichen Flächen oberhalb des Kabelabschnitts werden dazu also nicht noch einmal in Mitleidenschaft gezogen.

Zwölf Kabelstränge

Zunächst gilt es, die Kabeltrasse jedoch erst einmal aufzubauen. Ein Großprojekt, insgesamt zwölf dicke Kabelstränge werden dazu parallelverlaufend ins Erdreich gebracht. Dies geschieht im Abschnitt Schaumburg wie im größten Teil des Gesamtverlaufs in offener Bauweise. Dabei baggern die beauftragten Firmen das Erdreich auf, um die Kabelschutzrohre zu verlegen. In die Schutzrohre werden nach dem Wiederverfüllen die eigentlichen Erdkabelstränge nachträglich eingezogen. Für diese Maßnahme ist ein Arbeitsstreifen von bis zu 75 Metern Breite nötig. Nach dem Verfüllen kann die Fläche wieder wie zuvor landwirtschaftlich genutzt werden. Allerdings darf ein Schutzstreifen von rund 31 Metern nicht mehr überbaut werden.

Inbetriebnahme 2033

Ziel sei es, 2028 in allen Abschnitten des Rhein-Main-Links mit den Arbeiten zu starten, wie Mariella Raulf, Projekt-Sprecherin von Amprion, erklärte. Dies gilt ebenso für den Abschnitt NI3, der die Landkreise Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden umfasst. Ob es dann 2028 schon in Schaumburg selbst losgehe, sei noch nicht abzusehen. Dies hänge von einer Vielzahl von Faktoren ab, zum Beispiel, ob Firmen für die Beauftragung gefunden werden könnten, so Mariella Raulf. Die Inbetriebnahme des Rhein-Main-Links ist für 2033 geplant.
Im September werde Amprion die Antragstrasse bei der Bundesnetzagentur für das Planfeststellungsverfahren einreichen, wie Mariella Raulf erklärte. Das Verfahren umfasst wiederum Beteiligungsmöglichkeiten für Privatpersonen und Träger öffentlicher Belange. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht dann die Planungen, Stellungnahmen sind möglich.
Mariella Raulf hielt fest, dass sich das Team freue, dass die Bürger die Bürgerinformationsmärkte rege nutzen würden (am Vormittag desselben Tages fand eine Veranstaltung im gleichen Format auch in Remeringhausen statt). Von den vorhergehenden Informationsangeboten sei das Projekt auch grundsätzlich bekannt. Es komme durchaus auch zu kritischem Austausch. Dies sei aber nur verständlich.

Energie für Rhein-Main-Region

Der Trassenvorschlag sieht für Schaumburg stark vergröbert beschrieben einen Verlauf über Gemarkungen der Samtgemeinden, Sachsenhangen, Lindhorst und Rodenberg vor. Die Trasse läuft in Richtung Bad Münder wieder aus dem Kreisgebiet (wie berichtet).
Insgesamt überbrückt der Rein-Main-Link eine Strecke von rund 600 Kilometern. Er soll Windstrom aus Norddeutschland in die Rhein-Main-Metropolregion mit ihren großen Verbrauchszentren transportieren.


Bastian Borchers
Bastian Borchers
Redakteur Schaumburger Wochenblatt
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