Der Landkreis Schaumburg hat das Siegel „Kinderfreundlichen Kommune“ erhalten. Damit würdigt der Verein „Kinderfreundliche Kommunen“ die Verabschiedung eines Aktionsplans, der die Umsetzung der UN-Kinderrechtskonvention vor Ort zum Ziel hat.
In Zukunft sollen Kinder und Jugendliche an der Gestaltung des Busverkehrs in Landkreis mitwirken. Dies ist eine der konkreten Maßnahmen, die im Rahmen des Aktionsplans verwirklicht werden sollen. Hinzu kommt unter anderem ein Pilotprojekt, das es jungen Leuten ermöglicht, auch abseits der Vereinsstrukturen Sportstätten und Schulräumlichkeiten für Freizeitaktivitäten zu nutzen. Weiteres kommt hinzu.
Grundsätzlich bekennt sich der Landkreis Schaumburg mit dem Erhalt des Siegels dazu, die Rechte von Kindern und Jugendlichen zu stärken und stellt sich zugleich einem regelmäßigen Prüfverfahren. Es ist Ausdruck einer Selbstverpflichtung des Landkreises zu mehr Kinderfreundlichkeit und Ansporn, die festgesteckten Ziele innerhalb von drei Jahren umzusetzen.
Landrat Jörg Farr betonte: „Die Zertifizierung als Kinderfreundliche Kommune ist für den Landkreis Schaumburg eine besondere Auszeichnung und vor allem ein markanter Auftakt. Als einer der ersten Landkreise in Deutschland zeigen wir damit, dass uns die Rechte von Kindern und Jugendlichen ein Herzensanliegen sind. Mein herzlicher Dank gilt allen, die den Aktionsplan mit viel Engagement mitgestaltet haben – besonders den Kindern, Jugendlichen und all denen, die sich in diesem Projekt engagiert haben. Ich bin überzeugt: Wenn wir die geplanten Maßnahmen in den nächsten drei Jahren mit derselben Energie umsetzen, schaffen wir gemeinsam eine noch bessere und gerechtere Zukunft für die Kinder und Jugendlichen im Landkreis Schaumburg.“
Anne Lütkes, Vorstandsvorsitzende des Vereins Kinderfreundliche Kommunen, beglückwünschte Schaumburg als zweiten Landkreis bundesweit und erklärte im Namen des Vereins: „Der Aktionsplan des Landkreises Schaumburg verbindet die strukturelle Verankerung von Kinderrechten mit konkreten Maßnahmen für den Alltag junger Menschen. Die Einrichtung einer Stabsstelle für Kinder- und Jugendbeauftragung stärkt die Interessenvertretung von Kindern und Jugendlichen dauerhaft. Zugleich setzt der Landkreis mit Maßnahmen zur Demokratieförderung und der Beteiligung junger Menschen – etwa bei der Gestaltung des Busverkehrs – wichtige Impulse für eine kinderfreundliche Entwicklung.”
Die zuständigen Sachverständigen des Vereins Kinderfreundliche Kommunen, Gudrun Potysch-Wieczorek, Dr. Richard Schröder und Kathrin Wasserberg lobten: „Der Landkreis Schaumburg legt mit seinem ambitionierten und stimmigen Aktionsplan eine überzeugende Grundlage für die Umsetzung von Kinderrechten auf Landkreisebene. Besonders hervorzuheben ist das Verständnis, Kinder und Jugendliche als aktive Mitgestalterinnen und Mitgestalter einer lebendigen demokratischen Kultur einzubeziehen. Die Aufnahme der Kinderrechte in die Hauptsatzung des Kreises, die Durchführung von Kinderfreundlichkeits-Prüfungen sowie die geplanten Schulungen der Mitarbeitenden schaffen Bewusstsein für die Interessen von Kindern und Jugendlichen.“
Das Programm „Kinderfreundliche Kommune“ läuft vier Jahre und kann anschließend verlängert werden. Im ersten Jahr wird durch eine Bestandsaufnahme und durch Beteiligungsverfahren mit Kindern und Jugendlichen der Aktionsplan vorbereitet. Nach der Bestätigung des Aktionsplans durch den Kreistag prüft der Verein Kinderfreundliche Kommunen e.V. den Aktionsplan und vergibt das Siegel für die folgenden drei Jahre.
Das Programm „Kinderfreundliche Kommunen“ wird gefördert vom Bundesministerium für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend.
An die offizielle Siegelübergabe schloss sich im und rund um das Kreishaus in Stadthagen ein großes Mitmachfest für die ganze Familie an.