Etwa 40 Gäste folgten der Einladung des Vorsitzenden des Fördervereins „Ehemalige Synagoge Stadthagen“, Andreas Kraus. Der Anlass für die Einladung war ein ganz Besonderer! Der Geschäftsführer der Rautenberg-Foundation, Tom Corby, war gemeinsam mit seiner Ehefrau Tricia und Großsohn Oliver Werhoven nach Stadthagen gereist, um hier mit dem Förderverein und dem Landkreis Schaumburg eine Kooperations-Vereinbarung zu unterzeichnen. Mit einer Gesamtfördersumme von 100.000 Euro soll die neu eingerichtete Bildungsreferentenstelle für Erinnerungsarbeit und Demokratiebildung im Landkreis Schaumburg gefördert werden.
Präambel mit klaren Worten zur Gedenkenarbeit
In der Präambel des Vertrages wird deutlich, dass der Förderverein seit vielen Jahren einen herausragenden Beitrag zur Erforschung, Bewahrung und Vermittlung der jüdischen Geschichte im Landkreis Schaumburg leistet. Weiter wird der Bezug zur Geschichte der durch den Nationalsozialismus verfolgten Familie von Erwin Rautenberg hergestellt. Erwin Rautenberg konnte mithilfe seines Vaters Leo 1937 aus Bückeburg nach Argentinien flüchten. Die anderen Familienmitglieder fielen der Verfolgung durch die Nazis zum Opfer.
Erwin Rautenberg aus Bückeburg gründete die Rautenberg-Foundation
Der 2011 verstorbene Erwin Rautenberg wurde amerikanischer Staatsbürger und in Los Angeles ein erfolgreicher Geschäftsmann. Mit seinem Vermögen gründete er die Rautenberg-Foundation. Die Restaurierung der ehemaligen Synagoge und die Umgestaltung zu einem Lern- und Gedenkort, hatte die Stiftung zurückliegend wesentlich finanziell unterstützt. Mit der gemeinsamen Finanzierung der Stelle einer Bildungsreferentin, verstehen die Kooperationspartner eine besondere Erinnerungsarbeit als eine besondere Verpflichtung gegenüber der Geschichte und als einen wichtigen Beitrag zur Stärkung einer offenen, demokratischen und vielfältigen Gesellschaft (aus der Präambel). „Wir schmieden ein neues transatlantisches Bündnis, um das uns die Regierungen Merz und Trump beneiden werden!“ Mit diesen stolzen Worten hatte Andreas Kraus die Anwesenden begrüßt – im Übrigen, wie alle anderen Redner auch, mit Rücksicht auf die amerikanischen Gäste, in Englisch.
Dr. Lena Sebening ist neue Bildungsreferentin
Nach den Grußworten von Tom Corby und Landrat Jörg Farr, überbrachte Landesbischof Oliver Schuegraf seine Grüße und stellte gemeinsam mit Marina Jalowaja, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde im Landkreis Schaumburg, die Relevanz der Synagoge für Antisemitismusprävention und das jüdisch-christliche Verhältnis in den Vordergrund. Mit den herzlichsten Glückwünschen und Blumen wurde anschließend die neue Bildungsreferentin Dr. Lena Sebening in ihr Amt eingeführt. Die 41-jährige hatte Erziehungswissenschaften in Gera und Berlin studiert, bevor sie in Hannover promovierte. Dietmar Post unterhielt die Gäste argentinischer Gitarrenmusik, bevor Landrat Farr, Tom Corby und Andreas Kraus zur Unterzeichnung vortraten.
„Wir leben in einer Zeit, in denen demokratische Werte weltweit unter Druck stehen. Nationalismus, Populismus und Extremismus werden stärker. Gezielte Desinformationskampagnen und Versuche demokratische Wahlen zu beeinflussen sollen Unsicherheiten und Ängste schüren...”