Das Schaumburger Wochenblatt gibt den beiden Landratskandidaten die Möglichkeit, sich kurz vor der Wahl noch einmal vorzustellen. Dazu beantworteten beide jeweils die Fragen der Redaktion. Hier Dr. Joachim Steinbeck, der als unabhängiger Kandidat für die CDU zur Wahl antritt:
Warum sind Sie der geeignete Mann für das Landratsamt in Schaumburg?
Schaumburg ist meine Heimat. Hier lebe ich mit meiner Familie, hier bin ich tief verwurzelt – im Ehrenamt, in Kultur und Vereinen und im persönlichen Miteinander. Genau deshalb liegt mir die Zukunft unseres Landkreises so sehr am Herzen: Ich möchte Verantwortung übernehmen und Schaumburg nicht nur verwalten, sondern mit Leidenschaft, Weitblick und Tatkraft gestalten.
Als promovierter Volljurist mit langjähriger Führungserfahrung in der Kommunalverwaltung bringe ich die nötige Fach- und Entscheidungskompetenz mit. Durch meine Führungsarbeit über die Kreisgrenzen hinaus bringe ich zudem den wertvollen Blick von außen mit: Ich habe gesehen, wie andere Regionen Herausforderungen erfolgreich anpacken, und möchte diese frischen Impulse, praxiserprobten Lösungen und den Mut zu neuen Wegen nach Schaumburg holen – unvoreingenommen und zukunftsorientiert.
Ich stehe für einen offenen, dialogorientierten Politikstil, der Menschen zusammenbringt, Politik transparent macht und die Verwaltung zu einem verlässlichen Partner für Bürger, Handwerk, Landwirtschaft und Wirtschaft formt.
Welche sind die vier zentralen Gestaltungsfelder für den Landkreis Schaumburg in den kommenden Jahren?
Verwaltung als Möglichmacher und Digitalisierung: Abläufe müssen konsequent vereinfacht, Bearbeitungszeiten spürbar verkürzt und digitale Zugänge bürgernah ausgebaut werden. Bürger, Handwerksbetriebe, landwirtschaftliche Familienbetriebe und Unternehmen brauchen schnelle und verlässliche Entscheidungen. Die Kreisverwaltung muss sich als moderner, digitaler Partner und Möglichmacher verstehen – nicht als Hürde.
Starke „kommunale Familie“: Landkreis, Städte und Samtgemeinden müssen als echtes Team auf Augenhöhe zusammenarbeiten – etwa bei der Digitalisierung, der Schulentwicklung und der Infrastrukturplanung. Nur durch abgestimmtes Handeln vermeiden wir Doppelstrukturen und bündeln unsere Ressourcen optimal.
Zukunftsorientierte Wirtschaftsförderung, starkes Handwerk und regionale Wertschöpfung: Eine aktive Wirtschaftsförderung muss bestehende Betriebe sichern, das heimische Handwerk stärken und den Fach- und Arbeitskräftemangel entschlossen anpacken. Vor allem unsere traditionsreiche Landwirtschaft ist das Rückgrat des ländlichen Raums – als Nahrungsmittelproduzent, Pfleger der Kulturlandschaft und unverzichtbarer Partner bei der Energiewende. Ein zentraler Hebel ist der Ausbau erneuerbarer Energien mit regionaler Wertschöpfung: Indem wir Landwirte, Handwerker, Stadtwerke, Bürgerenergiegenossenschaften und den Mittelstand eng einbinden, bleibt die Wertschöpfung direkt in Schaumburg.
Verlässliche Daseinsvorsorge, Bildung & Kultur für alle Generationen: Von der wohnortnahen medizinischen und pflegerischen Versorgung über beste Bildungschancen und bedarfsgerechte Kinderbetreuung bis hin zu Mobilität und einem lebendigen Kultur- und Vereinsleben: Wir müssen die Lebensqualität im gesamten Landkreis – im ländlichen Raum wie in den Städten – dauerhaft sichern und weiterentwickeln, damit Schaumburg für alle Generationen ein lebenswerter Raum bleibt.
Wo liegen die Stärken, welches sind besondere Problemfelder des Landkreises aus Ihrer Sicht?
Die Stärken: Schaumburg vereint eine herausragende Lebensqualität mit engagierten Bürgern, einer lebendigen Kultur- und Vereinskultur, einem hohen Freizeit- und Erholungswert sowie einem starken Tourismus. Zusammen mit unserer starken Landwirtschaft, einem leistungsfähigen Handwerk und einem soliden Mittelstand bildet diese Verbindung aus Zusammenhalt, Kulturlandschaft und Wirtschaftskraft unsere größte Stärke.
Die Problemfelder: Große Herausforderungen sehe ich bei der Sicherung der ambulanten und stationären medizinischen sowie pflegerischen Versorgung, im zunehmenden Fach- und Nachwuchskräftemangel im Handwerk und in den Betrieben sowie im bürokratischen und finanziellen Druck auf Kommunen und Unternehmen. Hier bedarf es einer zupackenden Wirtschaftsförderung, klarer Prioritäten bei Zukunftsinvestitionen und eines vertrauensvollen Schulterschlusses aller Akteure im Kreis.
Die Antworten von Andrea Stüdemann finden sie unter: https://www.schaumburger-wochenblatt.de/niedersachsen-im-kleinen/cnt-id-ps-9a39452d-2175-4aaf-9d4b-f954c92b9c82