Das Schaumburger Wochenblatt gibt den beiden Landratskandidaten die Möglichkeit, sich kurz vor der Wahl noch einmal vorzustellen. Dazu beantworteten beide jeweils die Fragen der Redaktion. Hier Andrea Stüdemann, die als SPD-Kandidatin zur Wahl antritt.
Warum sind Sie die geeignete Frau für das Landratsamt in Schaumburg?
Ich bringe die notwendige Berufs- und Führungserfahrung und persönliche Eignung für dieses Amt mit. Nach meiner 10jährigen Tätigkeit beim Land Niedersachsen (zuletzt in der Kommunalaufsicht des niedersächsischen Innenministeriums) bin ich seit gut zehn Jahren beim Landkreis Schaumburg als Dezernatsleitung tätig – aktuell als allgemeine Vertreterin des Landrats. Ich verfüge über die notwendige Sachkenntnis, kenne die Strukturen und Herausforderungen unseres Landkreises und bin entsprechend gut vernetzt – innerhalb der Verwaltung ebenso wie in Politik und Gesellschaft.
Gleichzeitig bin ich mit meiner Familie tief im Schaumburger Land verwurzelt und kenne die Menschen und ihre Anliegen. Ich arbeite gerne im Team, bin empathisch und zugewandt, aber ebenso entscheidungsfreudig und verbindlich. Diese Verbindung aus Erfahrung, Sachkenntnis, persönlicher Verbundenheit und Verantwortungsbereitschaft macht mich aus meiner Sicht zur geeigneten Frau für das Amt der Landrätin.
Welche sind die vier zentralen Gestaltungsfelder für den Landkreis Schaumburg in den kommenden Jahren?
Wirtschaft und Arbeitsplätze
Ich möchte Schaumburg als Wirtschafts- und Arbeitsstandort sichern und weiterentwickeln - Wirtschaft ist für mich Chefsache - gute Rahmenbedingungen für Mittelstand, Handwerk, Industrie, Landwirtschaft, Dienstleistungen und Tourismus schaffen, Fachkräfte gewinnen und regionale Wertschöpfung stärken. Die Vernetzung und Zusammenarbeit der wesentlichen Akteure aus Kreishandwerkerschaft, IHK, der Innungen, der Betriebe und der Schulen ist dafür die Basis.
Gutes Leben in Schaumburg
Für mich bedeutet das eine verlässliche und erreichbare Gesundheits- und Pflegeversorgung bei uns im ländlichen Raum (konkret benannt haus- und fachärztliche Versorgung), bezahlbaren Wohnraum für Familien und alle Generationen, insbesondere für kleine und mittlere Einkommen. Bürokratische und bauliche Barrieren abbauen, einen Ansprechpartner: „Hilfen aus einer Hand“, digitale Plattformen (Digitalisierung der Verwaltung) und Unterstützung unseres Ehrenamtes.
Mobilität, Infrastruktur, und Klimaneutralität
Ich möchte eine gute Anbindung in allen Teilen des Landkreises sichern – mit einem verlässlichen ÖPNV unter Einbindung vorhandener Anrufbussangebote, Straßen und Radwege erhalten und unsere Infrastruktur zukunftsfähig weiterentwickeln. Mein Ziel ist es, als kinderfreundlicher Landkreis sichtbar zu sein und für alle Schülerinnen und Schüler kostenfreien ÖPNV bereitzustellen. Gleichzeitig will ich die Interessen Schaumburgs (Natur, Kulturlandschaft, Wohnorte) bei einem möglichen Bahnausbau vertreten.
Zudem möchte ich die Klimaneutralität des Landkreises bis 2040 erreichen durch konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien und einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung.
Bildung und Chancengleichheit
Gute Bildung darf nicht von Herkunft, Wohnort oder Einkommen abhängen. Daher muss weiter investiert werden in moderne Schulen und Sportstätten, bedarfsgerechte Förderung und Teilhabe durch frühe Hilfen für Familien, Angebote und Teilhabe für Kinder und Jugendliche, Weiterentwicklung der Tagesbildungsstätten und der Förderschule für geistige Entwicklung sowie ein passgenauer Übergang von der Schule in den Beruf für einen erfolgreichen Berufsstart unserer Jugendlichen. Auch Musik und Kultur als wichtige Bestandteile gesellschaftlicher Teilhabe gehören für mich dazu.
Wo liegen die Stärken, welches sind besondere Problemfelder des Landkreises aus Ihrer Sicht?
Schaumburg hat viele Stärken: Wir sind gewissermaßen Niedersachsen im Kleinen – vom Steinhuder Meer bis zum Weserbergland und an den Deister, als einziger Landkreis in Niedersachsen mit einem eigenen Kreisforst. Unser Landkreis verbindet eine hohe Lebensqualität und vielfältige Natur mit einer soliden Wirtschaftsstruktur und einer guten Verkehrsanbindung, insbesondere durch die direkte Lage an der A2. Unser besonderes Alleinstellungsmerkmal ist die enge Identifikation der Menschen mit unserer Heimat, gelebter Tradition und einer starken Vernetzung untereinander. Besonders beeindruckend ist das ehrenamtliche Engagement – in unseren Vereinen, im Sport-, Kultur- und Sozialbereich, bei Hilfsorganisationen und Feuerwehren. Dieses Miteinander ist eine große Stärke und trägt wesentlich zum Zusammenhalt im Schaumburger Land bei.
Gleichzeitig stehen wir vor großen Herausforderungen. Dies ist vor allem die finanzielle Ausstattung unseres Landkreises und seiner Kommunen. Hier braucht es einen starken Einsatz gegenüber Land und Bund für eine noch bessere und verlässlichere finanzielle Ausstattung. Gleichzeitig müssen wir die Wirtschaft vor Ort stärken, Investitionen ermöglichen, Unternehmen gute Rahmenbedingungen bieten und damit Wertschöpfung und Arbeitsplätze in Schaumburg sichern.
Auch beim Klimaschutz liegt noch einiges vor uns. Der Landkreis hat sich das Ziel gesetzt, bis 2040 klimaneutral zu sein. Dafür müssen wir konkrete Maßnahmen voranbringen – unter anderem beim Ausbau erneuerbarer Energien und bei der Mobilität. Dazu gehört auch, die Ladeinfrastruktur für Elektromobilität weiter auszubauen.
Bei unserer Infrastruktur besteht auch im übrigen Nachholbedarf. Insbesondere beim Straßenbau und bei der Radwegeinfrastruktur müssen wir investieren und so bestehende Strukturen erhalten und verbessern. Auch bei der Digitalisierung der Verwaltung müssen wir konsequent weiter vorangehen. Gleichzeitig gilt es, die medizinische und pflegerische Versorgung zu sichern und bezahlbaren Wohnraum sowie einen verlässlichen ÖPNV, gerade im ländlichen Raum, zu gewährleisten, also die Handlungsfelder, die bereits oben genannt wurden.
Die Antworten von Dr. Joachim Steinbeck finden Sie unter: https://www.schaumburger-wochenblatt.de/wirtschaftsfoerderung-und-verlaessliche-daseinsfuersorge/cnt-id-ps-bbec29eb-d9ec-4cf2-a40c-adfc6a2540ba