Andrea Stüdemann übernimmt im November als erste Frau das Amt der Landrätin im Landkreis Schaumburg. Die SPD-Kandidatin setzte sich bei der Direktwahl am vergangenen Sonntag klar gegen den parteilosen, von der CDU aufgestellten Joachim Steinbeck durch: Stüdemann erreichte landkreisweit 59,74 Prozent der Stimmen, Steinbeck 40,26 Prozent. Da lediglich zwei Bewerber angetreten waren, fiel die Entscheidung im ersten Wahlgang. Eine Stichwahl ist damit nicht nötig. In mehreren anderen niedersächsischen Landkreisen steht die Entscheidung über die künftige Landrätin oder den künftigen Landrat erst in einer zweiten Runde an.
Stüdemann wird erste Landrätin Schaumburgs
Stüdemann folgt auf Jörg Farr (SPD), der nach 16 Jahren an der Spitze des Landkreises nicht noch einmal kandidiert hatte. Die künftige Landrätin ist vielen Menschen in Schaumburg bereits aus ihrer langjährigen Tätigkeit in der Kreisverwaltung bekannt. Die Volljuristin war Anfang 2026 zur ersten Kreisrätin bestellt worden und feiert in diesem Jahr bereits ihr zehnjähriges Jubiläum in der Landkreisverwaltung. Nun wechselt sie an deren politische Spitze.
Im Wahlkampf hatte Stüdemann soziale Teilhabe, bessere Bildungschancen, wirtschaftliche Entwicklung und einen praxisnahen Nahverkehr als zentrale Themen genannt. Außerdem warb sie für eine parteiübergreifend arbeitende Kreisverwaltung und für stärkere Kooperationen in den Bereichen Gesundheit, Ehrenamt und regionale Infrastruktur. Mit dem Amtsantritt wird sich zeigen, welche Vorhaben sie in den kommenden Jahren auf den Weg bringen kann.
Ich freue mich sehr über dieses Wahlergebnis und danke den Wählern für ihr Vertrauen. Mein Dank gilt außerdem allen, die mich unterstützt haben. Besonders wertvoll waren für mich in den letzten Monaten die Gespräche im Schaumburger Land. Sie sind eine wichtige Grundlage für meine zukünftige Aufgabe.
Deutliche Mehrheit – mit lokalen Unterschieden
Landkreisweit fiel Stüdemanns Vorsprung klar aus. Besonders hohe Werte erzielte sie auf kommunaler Ebene in Stadthagen mit 64,08 Prozent, in der Samtgemeinde Lindhorst mit 63,93 Prozent sowie in Obernkirchen mit 62,02 Prozent.
In wenigen einzelnen Wahlbezirken der Städte und Gemeinden lag der CDU-unterstützte Bewerber vorn. Im Auetaler Bezirk Altenhagen/Schoholtensen gewann Steinbeck mit 63,83 Prozent gegen Stüdemann mit 36,17 Prozent. Im Rintelner Wahlbezirk am Feuerwehrgerätehaus Westendorf erreichte er 59,04 Prozent; Stüdemann kam dort auf 40,96 Prozent.