Dieser Sommer war - hoffentlich kommt da noch was – einmal wieder einer, der den Namen auch verdient hat. Nicht, wie Rudi Carrell 1975 gesungen hat:“ Wann wird’s mal wieder richtig Sommer?“ Ich mag den Sommer, die Sonne und ja, auch die Wärme. Tatsächlich fliege ich auch im August noch nach Ägypten. Okay, sehr viel Zeit unter Wasser, das gebe ich zu, aber nicht nur. Die hohen Temperaturen stören mich also nicht – außer – in unserem Schlafzimmer. An dieser Stelle werden die/der ein oder andere die Stirn runzeln; wir haben eine Klimaanlage. Nicht so ein Standgerät, was eigentlich nur die warme Luft durcheinanderwirbelt, sondern so ein richtiges Split-Gerät vom Klimatechniker. Ich drücke auf den Knopf, das Gerät erklärt den 35 Grad den Krieg und gewinnt. Wir können uns manchmal über die gewünschte Temperatur nicht einigen. Meine Gattin wünscht sich Januar-Feeling im August, ich eher Frühlingstemperaturen. In der Regel einigen wir uns, wie in den meisten anderen Diskussionsfällen auch, auf einen Kompromiss. Nun kommt zur Komfortfrage tief im Innern aber auch ansatzweise das schlechte Gewissen auf. Beleidigen wir den Sommer, versetzen wir dem Weltklima den Todesstoß? Zumindest kommt der Strom vom eigenen Dach, das mindert das schlechte Gewissen und nachts läuft das Gerät sowieso nicht. Wir wollen schließlich nicht immer mit Schnupfennase und Tempotüchern in der Fußgängerzone sitzen.
Klimaanlagen sind sinnvoll!
Fest steht jedenfalls, dass der Mensch die Klimaanlage erfunden hat, weil sie sinnvoll ist. Krankenhäuser, Altenheime, Restaurants, Büros, Einkaufsmärkte und viele Locations mehr, brauchen erträgliche Temperaturen rund um die Uhr. Schließlich haben wir ja auch die Heizung erfunden… Auch im Auto ist der Knopf „A/C“ kaum wegzudenken. Ein Tipp: Die Lüftung immer nach unten stellen und nicht ins Gesicht blasen lassen – siehe Schnupfennase und Tempotücher. Wenn ich in die südlichen Länder schaue, dann scheint es mir, dass selbst an den grottigsten Häusern immer eine Klimaanlage hängt. Davon sind wir meilenweit entfernt – noch. Ein weiterer Aspekt bewegt mich. Im Angesicht der chaotischen weltweiten Sicherheitslage scheinen mir der Umweltschutz – wir haben doch nur diese eine Erde – und der Klimaschutz mit der Erderwärmung und dem Anstieg der Meeresspiegel, zunehmend in den Hintergrund zu treten. Die Durchschnittstemperaturen steigen und wir blasen mit unserer Klimaanlage zusätzlich warme Luft in die Welt. Die Städte, auch die kleinen, werden zunehmend mit den steigenden Temperaturen zu kämpfen haben. Kürzlich hatte ich über das Pflanzen von reichlich Bäumen bei der Sanierung von Fußgängerzonen geschrieben. Das funktioniert nachgewiesenermaßen. Leider reicht das nicht bis in unser Schlafzimmer! Der Sommer ist warm, manchmal sehr warm. Bei Wärme darf man auch mal schwitzen – in Maßen! Ich habe mich entschlossen. Klimaanlagen sind gut! Nicht überall, nicht immer, nicht für Kühlschrank-Temperaturen. Das Weltklima werde ich mit unserer Anlage nicht merklich verändern – dazu braucht es mehr. Nicht alle werden so denken – müssen sie auch nicht. Wir genießen weiterhin den Sommer draußen, akzeptieren Wärme im Haus, aber nicht im Schlafzimmer! Für Klima- und Umweltschutz leisten wir unseren Beitrag. Ein klein wenig Luxus darf wohl sein.
Mit der Hoffnung auf einen schönen warmen Spätsommer,
Ihr Axel Bergmann