Der Landkreis Schaumburg will es sich zum Ziel setzen, bis zum Jahr 2040 Klimaneutralität zu erreichen, also in rund 14 Jahren. Dies bedeutet eine Beschleunigung gegenüber dem bisherigen Vorhaben, das Treibhausgasneutralität für 2050 vorsah.
Einen entsprechenden Antrag hatte ein sehr breitgefächertes Bündnis von Kreistagfraktionen formuliert, bestehend aus CDU, Grünen, SPD/FDP-Gruppe und WGS. Das Vorhaben wurde am vergangenen Donnerstag im Ausschuss für Klima- und Umweltschutz befürwortet, den letztendlichen Beschluss fällt der Kreistag. Hier ist ebenfalls von einer Mehrheit auszugehen.
Der Kreistag hatte 2012 einen Beschluss zu den Klimaschutzzielen für das Kreisgebiet gefasst, dieser strebte orientiert an den Zielen der Bundesregierung eine Treibhausgasneutralität für 2050 an. Im vergangenen November brachten die oben genannten Kreistagsgruppen einen ehrgeizigeren Plan ein, der sich an den Zielsetzungen des Landes Niedersachsen orientiert. Die Klimaneutralität soll also zehn Jahre früher erreicht werden.
„Um die auf allen politischen Ebenen angestrebten Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens zu unterstützen, bekennt sich auch der Kreistag zu seiner Verantwortung für eine angestrebte Treibhausgasneutralität und möchte durch politische Beschlüsse und Handeln auf der kommunalen Ebene seinen Beitrag leisten“, heißt es in dem Antrag.
Dabei geht die von der Verwaltung für den Beschluss entwickelte Vorlage über eine reine Absichtserklärung hinaus. Wie im Antrag gefordert, soll ein Monitoring, also eine systematische Überwachung des Prozesses sicherstellen, dass die angestrebten Fortschritte auch erreicht werden. Entsprechende Daten sollen erfasst, es sollen Zwischenziele formuliert und Entwicklungspfade aufgezeigt werden. Dieses soll die Energieagentur übernehmen.
Um dieses zu finanziell abzusichern, wird die Energieagentur Fördermittel in Höhe von rund 617.000 Euro beantragen. Dies soll über das Programm „Zukunftsregion Weserbergland+“ erfolgen. Als Co-Finanzierung könne hierbei im Wesentlichen auf bereits vorhandenes Personal der Energieagentur und der Leitstelle Klimaschutz zurückgegriffen werden. Zu dieser personellen Eigenbeteiligung sollen 30.000 Euro eingebracht werden aus Mitteln, die im Kreishaushalt für die Klimaschutzarbeit eingestellt sind.
Alle Akteure von den verschiedenen Sektoren von Energie, Industrie, Gebäude bis Landwirtschaft sollen aufgefordert werden, ihren Beitrag zu leisten. Dabei sollen Teilziele für die Sektoren festgelegt werden und ein „Emissionsminderungspfad“ entwickelt werden. Über die Zwischenziele soll regelmäßig informiert und bei Bedarf eine Nachsteuerung vorgenommen werden.
Der Beschluss, für die Kreisverwaltung allein bis 2040 Treibhausgas-Neutralität zu erreichen, wurde schon vor einiger Zeit gefasst. Auf territorialer Ebene orientieren sich zum Beispiel die Stadt Osnabrück sowie der Landkreis Göttingen am Land und streben die Neutralität ebenfalls bis 2040 an. Die Region Hannover strebt dies bereits für das Jahr 2035 an.
Foto: bb