Der mutmaßliche Anschlag einer vermeindlich linksextremistischen „Vulkangruppe” in Berlin zeigte sehr anschaulich, wie fragil die kritische Infrastruktur in Deutschland ist, wie schwierig ihre Überwachung und ihr Schutz.
Kann so ein „Blackout” also auch bei uns in Schaumburg passieren? Welche vorbereitenden Maßnahmen werden im Landkreis und den Städten getroffen für den Fall eines Blackouts oder anderer Katastrophenfälle? Wir fragten nach und Landkreis-Pressesprecherin Anja Gewald erläutert die Lage gegenüber dem Schaumburger Wochenblatt: „Für einen Schadenfall ist grundsätzlich die Gemeinde oder Stadt als Behörde der allgemeinen Gefahrenabwehr zuständig. Erst ab Feststellung des Katastrophenfalls geht diese Zuständigkeit auf den Landkreis als untere Katastrophenschutzbehörde über.” Doch ab wann wird ein Schadensfalls zu einem Katastrophenfall? „Ein Schadensfall wird dann zu einem Katastrophenfall, wenn das Ausmaß des Ereignisses die Kapazitäten der regulären, örtlichen Einsatzkräfte übersteigt und eine überbehördliche Koordination sowie die Aktivierung spezialisierter Katastrophenschutz-Strukturen erforderlich macht!” (Quelle: KI generiert) Ausgerufen wird der Katastrophenfall durch den Landkreis Schaumburg.
Was sollte man als Vorrat haben?
Der Landkreis Schaumburg, so Gewald, informiere die Bürger im Rahmen seiner Aufgaben als untere Katastrophenschutzbehörde über grundlegende Maßnahmen des Zivil- und Katastrophenschutzes. „Dazu gehören auch Hinweise zum richtigen Verhalten in Not- und Krisensituationen.” Die Information zur persönlichen Bevorratung orientiere sich an den Empfehlungen des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK). Eine konkrete staatliche Bevorratung der Bevölkerung erfolge nicht; vielmehr sei die Eigenvorsorge als wichtiger Bestandteil der Resilienz in Krisenzeiten anzusehen. Entsprechende Hinweise seien über das Serviceportal des Landkreises abrufbar. Das BBK empfiehlt: Wasser und Lebensmittel für etwa zehn Tage Selbstversorgung bevorraten. Die Menge kann man selbst errechnen, wenn man etwa eineinhalb Liter Wasser pro Tag und Person einrechnet. Bei den Lebensmitteln sollte man auf fertiges Essen mit hoher Haltbarkeit setzen. Denn fällt die Wasserversorgung, der Strom oder sogar beides aus, ist man abgesichert. Entsprechende Tabellen sind auf der Seite des Bundesamtes abrufbar. Auch Hinweise zur Zusammenstellung von Notgepäck, zur Sicherung von Dokumenten und zur Vorsorge in Sachen Hausapotheke gibt es Hinweise. Hilfreich kann auch ein batteriebetriebenes Radio oder ein Kurbelradio sein, das ganz ohne heimisches Stromnetz auskommt.
Was ist bei Stromausfällen zu tun?
Auch hier gibt Gewald Auskunft: „Für länger andauernde oder großflächige Stromausfälle existieren im Landkreis Schaumburg allgemeine Katastrophenschutz- und Gefahrenabwehrstrukturen. Diese schließen die Zusammenarbeit der unteren Katastrophenschutzbehörde (Landkreis), der Kommunen, der Feuerwehren, der Hilfsorganisationen und andere Einsatzkräfte ein. Ziel ist es, Gefahren abzuwehren, die Versorgung möglichst schnell wiederherzustellen und die Bevölkerung zu informieren. Konkrete interne Ablaufpläne zu Stromausfällen werden aus einsatztaktischen Gründen nicht öffentlich bekannt gemacht.”