Wie gelingt es, mehr Menschen für das Mitmachen in der eigenen Heimat zu begeistern? Diese Frage steht ebenfalls im Fokus des laufenden Heimatchecks – und die bisherigen Antworten zeigen deutlich, wo viele Bürgerinnen und Bürger ansetzen würden.
Ein zentraler Punkt ist dabei die Wahrnehmung vor Ort. Mehrfach wird angeregt, die Berichterstattung breiter aufzustellen und stärker auch die kleineren Orte und Flächengemeinden in den Blick zu nehmen. Nicht nur die Kernorte mit Verwaltungssitzen, sondern die gesamte Region solle sichtbarer werden – insbesondere dort, wo Engagement oft im Verborgenen stattfindet.
Thema Ehrenamt wird viel genannt
Große Bedeutung messen viele Teilnehmer zudem dem Ehrenamt bei. Zwar werde dieses bereits thematisiert, allerdings wünschen sich viele eine deutlich positivere Darstellung. Engagement solle stärker als Chance und weniger als Belastung wahrgenommen werden. Gute Beispiele und konkrete Erfolge könnten dazu beitragen, Hemmschwellen abzubauen und mehr Menschen zu motivieren, sich selbst einzubringen.
Darüber hinaus wird mehr direkte Ansprache durch die Politik gefordert. Offene Diskussionsformate , zum Beispiel Gesprächsrunden im öffentlichen Raum, könnten helfen, Positionen transparenter zu machen und den Austausch zwischen Bürgern und Entscheidungsträgern zu stärken.
Auch strukturelle Anreize spielen in den Rückmeldungen eine Rolle. So wird vorgeschlagen, ehrenamtliches Engagement stärker zu honorieren, etwa durch konkrete Vorteile oder langfristige Anerkennung. Ziel müsse es einfach gesagt sein, den Einsatz sichtbarer und wertgeschätzter zu machen.
Nicht zuletzt zeigt sich in vielen Antworten ein einfacher, aber entscheidender Gedanke: Positive Erfahrungen sind der Schlüssel. Wer erlebt, dass Mitmachen etwas bewirkt, ist eher bereit, sich auch künftig einzubringen.
Ergebnisse des Instituts der deutschen Wirtschaft
Die Ergebnisse des Heimatchecks machen deutlich, was die Menschen in Schaumburg bewegt. Wir sind bei dieser Frage um die Zufriedenheit mit der eigenen Heimat nicht allein. Wie gut die Region im Vergleich bei den harten Standortfaktoren dasteht, zeigt jetzt auch der „Gemeindecheck 2026“ des Instituts der deutschen Wirtschaft. Die Studie untersucht bundesweit die Daseinsvorsorge in den Bereichen Digitales, Gesundheit, Mobilität, Freizeit und Bildung udn das mit erfreulichem Ausgang für Schaumburg. Besonders gut schneiden Rodenberg (Rang 95 von 10817), Lindhorst und Lauenau ab, während Heuerßen, Wölpinghausen und Wiedensahl die letzten drei Plätze im Kreis belegen.
Für den Gemeindecheck hat das IW alle 10.817 Gemeinden in Deutschland untersucht – anhand von 17 Indikatoren in fünf Bereichen: Digitales (Mobilfunkabdeckung, Breitbandverfügbarkeit), Gesundheit (Erreichbarkeit von Hausärzten, Krankenhäusern, Apotheken, Pflegeeinrichtungen), Mobilität (Qualität von Brücken, Verbindungen Schienenregionalverkehr, Anbindung an Autobahn und Flughafen), Freizeit (Erreichbarkeit von Schwimmbädern, Theatern, Museen) und Bildung (Erreichbarkeit von Grundschulen, weiterführende Schulen, Gymnasien, Versorgung mit Kitas). Die Erreichbarkeiten wurden auf Basis von 100-mal-100-Meter-Zellen des Zensus berechnet und zu einem Gesamtindex aggregiert. Hinzu kommt eine repräsentativ quotierte Befragung von 5.455 Personen, die das Marktforschungsinstitut Bilendi vom 24. Juni bis 6. Juli 2025 durchgeführt hat, quotiert nach Geschlecht und Alter (Kreuzquote), Bundesland und Haushaltsnettoeinkommen.