Im Hinspiel gegen Greuther Fürth kam 96 über ein Remis nicht hinaus, diesmal muss ein Sieg her, um dem Sprung in die Bundesliga näher zu kommen. Die Chance auf einen Dreier würde sich erhöhen, wenn die Mannschaft wieder zu ihrem dominanten Spiel zurückfindet.
Dem stemmten sich die Bielefelder am vergangenen Wochenende mit aller Macht entgegen, und brachten die Mannschaft von 96-Trainer Christian Titz damit in manche Verlegenheit. Die Arminen setzten auf ein entschlossenes Pressing aus dem sich die Hannoveraner nicht wie gewohnt zu befreien wussten. Hier mag die erzwungene Neuformierung der Abwehr eine Rolle gespielt haben. Boris Tomiak fehlte verletzt, Vergil Ghita gelbgesperrt. Das neugebildete Trio aus Bastian Allgeier, Maik Nawrocki und Ime Okon konnte noch nicht eng aufeinander abgestimmt sein, sicherlich auch ein Grund für den mangelnden Fluss in den Kombinationen. Hannover überstand die Phase jedoch und kam besser in die Begegnung, verzeichnete zunehmend Ballbesitz.
Auch im Offensivspiel gab es an diesem Tag jedoch manche Ungenauigkeit gegen griffig verteidigende Bielefelder. Einzig Stürmer Benjamin Källmann hatte im ersten Durchgang nach starkem Pass von Nawrocki eine vielversprechende Chance auf dem Fuß. Er verfehlte das Tor jedoch deutlich. Es ging mit 0:0 in die Pause, Bielefeld hatte ein Plus von Tormöglichkeiten im ersten Durchgang.
Nach Wiederanpfiff drückte Gastgeber Arminia wiederum aufs Gas. Hannover brauchte etwas, um Kontrolle zu gewinnen. Auf die Siegerstraße brachte die „Roten“ ein Elfmeter. Der Bielefelder Stefano Russo bekam die Kugel etwas unglücklich an die Hand. Kapitän Enzo Loepold verwandelte zum entscheidenden 1:0. Im Anschluss bot die Begegnung weiterhin wenig Höhepunkte. 96 stand weitgehend souverän bis auf einige brenzlige Situationen in der Endphase.
Sein Team habe gut verteidigt, lobte Trainer Titz im Nachgang. Tatsächlich ist der neuformierten Dreierkette für die Defensivarbeit ein Lob zu zollen. Nawrocki zeigte sich als Abwehrchef am Boden gewohnt zweikampfstark und mit viel Übersicht im Aufbauspiel. Allerdings bewies er in den Luftkämpfen gegen Bielefelds Wandspieler Robert Uldrikis nicht ganz die Durchsetzungskraft des größer gewachsenen Tomiak. Auf ihn wird 96 noch länger verzichten müssen.
Nawrocki wird, sofern fit, gegen Fürth vermutlich wieder die Abwehrzentrale besetzen. Wieder ins Team dürfte Verteidigerkollege Ghita nach abgesessener Gelbsperre rücken.
Mit Fürth reist am Sonntag um 13.30 Uhr zwar das Schlusslicht an, Hannover sollte jedoch gewarnt sein. Der Außenseiter knöpfte zuletzt Schalke einen Punkt ab. Hannover ist Favorit in der Begegnung, wichtig wäre es jedoch nach dem „dreckigen Sieg“ gegen Bielefeld wieder an die gewohnte Kombinationsstärke anzuknüpfen. Noel Aseko Nkili fehlt gelbgesperrt im Mittelfeld, für ihn könnte Stefan Teitur Thordarson erstmals in die Startelf rücken.
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