Mit frisch geputzten Schuhen trafen sich 20 Mitglieder des Heimatvereins Schaumburg vor der Schuhfabrik „meisi” in Deckbergen, um an einer interessanten Betriebsbesichtigung teilzunehmen.
„Etwa zweimal im Jahr bieten wir unseren Mitgliedern einen historischen Spaziergang durch die Geschichte oder einen Besuch in einem heimischen Unternehmen an”, der Vorsitzende Wilfried Schnüll vor dem Rundgang mit Kurt Herrmann, dem Geschäftsführer des Traditionsunternehmen, dessen Anfänge in das Jahr 1900 zurückgehen. Das Stammhaus Fritz Keyl war in Radebeul bei Dresden ansässig. Der heutige Firmensitz wurde 1964/65 im Deckberger Industriegebiet von den Herren Meier und Siekmann gegründet, daraus sich auch der Name „meisi” ableitet. Es war schon fast eine „Betriebsversammlung”, denn die Hälfte der Heimatfreunde waren ehemalige Mitarbeiter oder Familienangehörige von Ehemaligen, die gern mal hinter die Kulissen schauen wollten. Das mittelständische Unternehmen legt sein Hauptaugenmerk auf deutsche Wertarbeit „Made in Germany” und kann damit inzwischen wieder im Fachhandel Punkte sammeln. „Mit unserer Qualitätsware bieten wir einen flotten, bequemen Schuh für die Dame und den Herrn nach dem Motto „Urlaub für die Füße”, so der Geschäftsführer, der stolz ist auf seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die zum Teil schon seit Jahrzehnten im Unternehmen sind und sich mit der Firma verbunden fühlen. So war dann beim Rundgang durch die Produktionsstätte und das Lederlager so manches „Hallo” zwischen Besucher und Mitarbeiter zu hören, weil man sich noch aus alten Zeiten kennt.
Gab es vor 25 Jahren noch 1300 Betriebe in Deutschland, die Schuhe herstellten, so gehört „meisi” heute zu einer handvoll Betriebe, die ihre Produktion ausschließlich im eigenen Land durchführen. „Wir bekennen uns zum Standort und wollen diesen möglichst ausbauen”, so Herrmann weiter, der zurzeit auf der Suche nach zwei Auszubildenden ist, die den Beruf eines Schuhfertigers erlernen wollen.
Voraussetzung ist die mittlere Reife und Freude an einem alten Handwerksberuf. Die Mitglieder des Heimatvereins konnten sich davon ein eindrucksvolles Bild verschaffen, dass ein perfekter Qualitätsschuh nur durch sorgfältige Handarbeit entstehen kann.
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Geschäftsführer Kurt Herrmann (re.) führt die Heimatfreunde durch die Produktionsstätte.