Die demografische Entwicklung, die zunehmende Lebenserwartung und die Anhebung des Rentenalters stelle Unternehmer und Beschäftigte vor die Herausforderung, ihre Gesundheit zu fördern und möglichst lange zu erhalten. Gesunde Mitarbeiter seien motivierter und innovativer, und Prävention erweise sich dabei als Schlüssel zum Erfolg. In den letzten Jahren sei die Eigenverantwortung der Arbeitgeber bei der Gestaltung des betrieblichen Arbeitsschutzes gestärkt worden, erklärte Susanne Arndt-Zygar von der Bezirksregierung Detmold als Vertreterin der Aufsichtsbehörde. Arbeitgeber müssten Gefährdungspotenziale ermitteln, sie beurteilen, sowie Maßnahmen zur Vermeidung festlegen und dokumentieren. Voraussetzung für einen funktionierenden Arbeitsschutz sei eine offene Kommunikation und Information sowie systematisches Handeln. Professor Dr. med. Ralf Ohlendorf vom Arbeitsmedizinischen Institut in Detmold zeigte auf, dass beim Menschen Mitte 40 und Mitte 50 jeweils das Risiko von Muskel-, Skelett-, sowie Kreislauferkrankungen stark zunehme. Prävention helfe, dieses Krankheitsrisiko und die damit verbundenen operativen Eingriffe sowie Schmerzen für die betroffenen Menschen zu vermeiden und den Know-how-Verlust für das Unternehmen zu verhindern. Studien belegten, dass gut trainierte Menschen außerdem besser mit Stress umgehen könnten. „Gesundheitsmanagement rechnet sich langfristig,” ergänzte Bernd Richter, Personalmanager bei der Firma Phoenix Contact in Blomberg, die 2004 ein eigenes Gesundheitszentrum gegründet hat. Studien und die innerbetriebliche Erfahrung von Phoenix Contact zeigten, dass sich jeder Euro, der in das betriebliche Gesundheitsmanagement investiert werde, drei- bis sechsfach auszahle. Bei Phoenix Contact sei die aktive Fürsorge für die Gesundheit und die Arbeitssicherheit der Mitarbeiter integraler Bestandteil der Unternehmenskultur.
Neben dem Angebot und der aktiven Einbeziehung der Mitarbeiter in die Analyse der Belastungen ihres Arbeitsplatzes denkt das Unternehmen darüber nach, dies zukünftig fest zum Bestandteil jedes Einarbeitungsprogrammes zu machen.
In der anschließenden Podiumsdiskussion, an der neben Su-sanne Arndt-Zygar, Professor Ohlendorf und Bernd Richter auch Maren Lampe (Elektro-Lampe in Detmold) und Frank Ziegenbein (medicafit, Lemgo) teilnahmen, stand zum einen die Vielzahl und der Umfang der arbeitsschutzrechtlichen Bestimmungen im Mittelpunkt. Zum anderen wurde deutlich, dass die größte Herausforderung in der Motivation der Mitarbeiter zur aktiven Teilnahme liegt. Moderator Heinz-W. Böttger betonte zum Abschluss, dass Gesundheitsmanagement nicht nur in Großbetrieben, sondern auch in klein- und mittelständischen Unternehmen mit geringem Aufwand umgesetzt werden könne. Wer Interesse am Erfahrungsaustausch und Informationen habe, sei im IHK-Arbeitskreis „ganzheitliche Gesundheit in Lippe” willkommen. Mitglieder im Arbeitskreis sind Fitnessstudios, Gesundheits-, Sicherheits- und Personalbeauftragte aus Unternehmen, freiberuflich Tätige wie Unternehmensberater, Ernährungsberater, Physiotherapeuten und Heilpraktiker sowie Krankenkassen und die Bezirksregierung.
Ansprechpartnerin bei der IHK Lippe ist Alexandra Linneweber unter der Telefonnummer 05231/7601-25 oder via Email unter „linneweber@detmold.ihk.de”.