„Als die hoch gewachsenen Bäume fielen, um Licht für die sonnenliebende Magerwiese zu schaffen, kamen die Pflegesünden der vergangenen Jahre zum Vorschein”, so Nick Büscher, 1. Vorsitzender der NABU Gruppe Rinteln. Kreuz und quer lagen alte, abgeschlagene Zweige, Aste und Stämme, der Boden war übersät von Totholz. Der federnde Tritt unter lauter knackenden Ästen auf dem freigelegten Südhang ließ vermuten, dass hier jahrelang Baumverschnitt abgelagert worden sein musste.
Für die Naturschützer war es keine Frage: Das tote Gehölz musste aus der Fläche entfernt werden, um die Sinnhaftigkeit der Pflegemaßnahme nicht zu gefährden. „Normalerweise begrüßen wir natürlich das Anlegen von Totholzhaufen und plädieren dafür, nicht jeden Ast aus dem Garten zu räumen, doch hier liegen die Dinge etwas anders”, wie Büscher erläutert. Der Südhang soll im Sinne der Schutzwürdigkeit des Gebietes zu einer großen Magerrasenfläche rekultiviert werden. Da das Totholz von heute der Humus von morgen ist, der die Böden mit Nährstoffen sättigt, muss das Holz aus dem Gelände entfernt werden - der Sandtrockenrasen kann nur dort existieren, wo die Böden nährstoffarm sind. Den Naturschützern bestätigte sich der Eindruck, dass es nun höchste Zeit für die Pflegemaßnahmen war. Also machten sie sich auf, an mehreren Wochenenden gleich anhängerweise die störende Altholzschicht vom Boden großflächig abzutragen. Schaufel für Schaufel, Schubkarre für Schubkarre wurde das Holz von den Ehrenamtlichen auf Anhänger verladen, die dankenswerterweise vom Baubetriebshof der Stadt Rinteln zur Verfügung gestellt worden waren. „Es war anstrengend, aber wir hoffen, dass es sich lohnen wird”, so Büscher weiter. Die Naturschützer hoffen, die einzelnen Magerrasenflächen, die sich am Südhang verteilen, auf lange Sicht vereinigen zu können.
Und damit ist die Pflegearbeit am Knickbrink noch lange nicht vorbei. In der nächsten Pflegeperiode im Winter plant die NABU Gruppe Rinteln, die auf dem Südhang verbliebenen Gehölze zu entfernen. „Der Knickbrink hat ein enormes Potential und ein wahres Kleinod unter den Naturschutzgebieten. Jede investierte Arbeitsstunde dort ist ein wichtiger Beitrag für den Erhalt unserer Natur”, so die Naturschützer. Foto: privat