Am Anfang stand die Summe „150 Euro” im Raum. Diese Summe sollen nach den Vorstellungen der Stadt Rodenberg Dauerparker in Zukunft zahlen, die ihre Fahrzeuge während der Geschäftszeiten auf den Parkplätzen in der Innenstadt abstellen wollen. Die Diskussion darüber war im Auftrag des Verwaltungsausschusses in Gang gekommen. Hintergrund: Die Stadt habe in der Vergangenheit zu viele Ausnahmegenehmigungen fürs „Freie Parken” erteilt und das war den Politikern ein Dorn im Auge. Klare Aussage: Die Händler sollen die freien Parkplätze in der „zweiten Reihe” nutzen und die begehrten Stellplätze an der Langen Straße und im Bereich Poggenwinkel/Amtsplatz doch den Kunden überlassen.
Diese Meinung äußerte Heilmann auch ganz klar zu Beginn der Gesprächsrunde im „Ratskeller”. Er bat um Verständnis für den Plan der Verwaltung, in Zukunft mit besonderem Augenmerk gegen die Dauerparker vorzugehen. Wer künftig nah an seinem Arbeitsplatz parken will, soll 150 Euro pro Jahr für den Dauerparkausweis zahlen. Aktuell kursieren in der Stadt rund 80 Parkausweise, die gratis von der Stadt ausgegeben wurden und die zum kostenlosen Dauerparken auf den Parkplätzen mit Parkscheibenpflicht berechtigen. „Das ist zuviel und da haben wir in der Vergangenheit nicht aufgepasst”, gab der Stadtdirektor zu und räumte damit auch die Schuld im eigenen Haus ein.
Damit soll jetzt aber Schluss sein, machte Heilmann ausdrücklich deutlich. Er bat um Verständnis für das Vorgehen in der Zukunft und stieß damit bei den anwesenden Mitgliedern des Gewerbevereins auf offene Ohren. Auch wenn der Vorsitzende Günter Ebertz zu Beginn der Aussprache die 150 Euro als „zu hoch” anprangerte. „Das ist die falsche Sichtweise”, konterte Heilmann auf das Argument von Ebertz, auch mit diesem Betrag würde es nicht mehr Parkplätze in der Innenstadt geben. „Wir möchten einfach die Geschäftsleute und deren Mitarbeiter dazu auffordern, die Parkplätze im Kernbereich für Kunden frei zu halten. Parken Sie doch in der zweiten Reihe und lassen sie die Plätze vor ihren Geschäften für ihre Kunden frei”, appellierte der Verwaltungschef an die Zuhörer.
Der „Inflation” von Parkausweisen wolle man nun mit der Jahresgebühr Herr werden, führte Heilmann fort. Er verwies in diesem Zusammenhang unter anderem auf die 42 kostenfreien Parkplätze am Wall.
Verständnis zeigten die Anwesenden und nahmen den Vorschlag gerne zur Kenntnis. Unter anderem Bernd Oberheide sprach sich auch im Namen von Wolfgang Maasch für den Vorschlag der Verwaltung aus. „Ich finde es gut, wenn unsere Kunden problemlos an der Langen Straße freie Parkplätze finden können und dass diese auch kostenlos sind”, erklärte der Inhaber des Elektro-Fachgeschäftes. Er wie auch Andreas Krayl finden es durchaus zumutbar, wenn die Händler und Mitarbeiter einige Meter zu Fuß zurücklegen müssen. „Das ist eine vernünftige Lösung”, so der Rechtsanwalt.
In Zukunft soll ganz genau hingeschaut werden, kündigte Heilmann an. Die Praxis, Parkscheiben einfach weiterzudrehen oder Gewerbetreibende, die mit dem Erwerb von Ausweisen gleich mehrere Parkplätze im Zentrumsbereich blockieren, wolle man nicht weiter tolerieren. „Da wollen wir ein Auge drauf haben”, so Heilmanns klare Aussage. Und wenn es doch einmal knapp werden sollte mit Parkplätzen am Wall, dann dürften Gewerbetreibende auch ruhig ´mal die Plätze hinterm Rathaus nutzen.