Schaumburger Wochenblatt
  1. Beim THW das Lächeln wiedergefunden

    Bückeburger Ortsverband ist für Karin Reese zum zweiten Zuhause geworden

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    BÜCKEBURG (nh). "Karin ist bei uns nicht mehr wegzudenken und unser Sonnenschein in der Küche", erzählt Ralf Kater, Ortsgruppenleiter beim THW in Bückeburg. Etwas verlegen sitzt Karin Reese neben ihm, die freundlichen Worte sind ihr sichtlich unangenehm. "Karin macht viel mehr als nur kochen, ich kann mich schon gar nicht mehr erinnern, wie es ohne sie war", führt der Ortsverbandsleiter weiter aus. Karin Reese ist sehr bescheiden, wenn sie über ihre Arbeit beim THW spricht, dabei spielt sie dort eine wichtige Rolle und wird von allen sehr geschätzt. Denn sie hat die Teeküche wieder mit Leben gefüllt und verpflegt die Mitglieder bei Übungen, Einsätzen und Treffen, damit jeder bei Kräften bleibt. Karin Reese kam 2011 eher zufällig zum THW - ihr Mann war gerade verstorben und sie wollte ihrem Leben einen neuen Impuls, eine neue Richtung geben. Über den Sohn ihrer besten Freundin kam der Kontakt zum THW zustande, eine Woche später schaute sie das erste Mal im Bückeburger Ortsverband rein. Als ob es so sein sollte: Gerade wurde jemand für die Teeküche gesucht, der hilft, die Mitglieder ordentlich zu verpflegen. "Ich hatte schon früher darüber gescherzt. Bevor ich nichts mehr mache, schmiere ich lieber ehrenamtlich Schnittchen!". Dass es tatsächlich so geschehen würde, hatte sie wohl nicht so schnell gedacht. Noch eine Nacht drüber geschlafen, dann war es für Reese klar: hier möchte ich gerne mitmachen. Nach einem Probekochen waren auf beiden Seiten alle Zweifel passé und Karin Reese wurde von den THW-Mitgliedern herzlich und humorvoll aufgenommen. "Ich war zu der Zeit noch sehr traurig, doch hier habe ich mein Lachen wiedergefunden", sagt sie eindringlich und man spürt, wie ernst es ihr damit ist. So füllte sie nicht nur die kleine Teeküche mit Leben, sie entwickelte sich zum "guten Geist des Ortsvereins", wie Ralf Kater versichert. Doch allein bei der Teeküche sollte es nicht bleiben: Reese wollte ebenso machen, was die Mannschaft macht. So absolvierte sie die Grundausbildung und fand besonderen Gefallen an dem vielen technischen Know-how, welches mit der Tätigkeit beim THW verbunden ist. Die Grundausbildung bestand sie mit null Fehlern, erklärt Ralf Kater stolz. So kann Reese auch bei Einsätzen tatkräftig mit anpacken und scheut keine Aufgaben. Neben ihrer Arbeit als Köchin begleitet sie die Betreuung zwei Gruppen, darunter einer Jugendgruppe. In ihrer Funktion als Köchin sorgt sie nicht nur dafür, dass die hungrigen Helfer verköstigt werden, sie erfüllt auch eine soziale Komponente. So kann jeder bei ihr ein offenes Ohr oder Zeit für einen kleinen Plausch finden, wenn er gebraucht wird. "Für mich ist es hier wie ein zweites Zuhause", sagt sie und lächelt. "Es ist schon beglückend, hier zu sein und zu hören wie die Kleinen etwa sagen: Schön, dass du da bist! Die Kinder sagen, ich bräuchte eine Aufschrift auf meinem Shirt Beste UV-Köchin! Es füllt sich gut an, geschätzt zu werden", sagt Reese. In der Küche kann sie auch ausbilden, falls jemand Interesse bekundet. "Es wäre schön, wenn sich noch jemand an meine Seite gesellt", stellt sie fest. An diesem Tag hat sie auch wieder Stärkungen zubereitet, die zu den Kameraden am Mittellandkanal gebracht werden sollen, daher muss der Wagen noch schnell beladen werden. "Was mir am THW und am Ehrenamt gefällt ist, dass hier Menschen ihre Zeit opfern für die Gemeinschaft und es gerne tun. Dabei wissen wir bei Einsätzen ja nicht, wem wir helfen. Zu diesem Zeitpunkt sind das Fremde für uns und dennoch tut die Mannschaft alles, um den Menschen zu helfen. Das ist wirklich beeindruckend", sagt Karin Reese mit verdientem Stolz. "Wir würden uns noch mehr Verständnis für unsere Arbeit und Wertschätzung für das Ehrenamt wünschen", sagen Kater und Reese einstimmig. Viele Stunden ehrenamtlicher Arbeit würden hier geleistet und schließlich wisse man nie, wann der nächste Einsatz kommt. Denn die Arbeit des THWs kann vielseitig aussehen. Ob Hochwasser, Gebäude- und Menschensicherungen oder die Bergung von Verletzten - wenn ein Einsatz ansteht, müssen alle bereit sein. Daher finden auch nach der Grundausbildung umfangreiche Fachausbildungen statt. Die Einsatzzahlen seien in den vergangenen fünf Jahren gestiegen und inzwischen sei man auch gut personell und mit den benachbarten Feuerwehren gemeinschaftlich aufgestellt. Daher hofft Reese, noch so lange wie möglich an der Arbeit des THW mitwirken zu können. "Dich lassen wir eh nicht mehr gehen", sagt Kater scherzhaft zu Reese. Ein besonderes Highlight steht in näherer Zukunft auch noch an: Karin Reese fährt an die Bundesschule des THW in Hoya, um am Frauentag teilzunehmen. Weiterer Programmpunkt: ein Workshop fürs Baggerfahren. "Da freu ich mich so sehr drauf, dass können Sie sich gar nicht vorstellen", sagt sie enthusiastisch. Foto:nh

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