Schaumburger Wochenblatt
  1. Fair Play für den heimischen Zuckerrübenanbau gefordert

    Erträge leiden unter Trockenheit / Preise sinken / Faire Diskussion gefordert

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    LANDKREIS (tr). Die Zuckerrübe steht aktuell vor großen Herausforderungen. Die Erträge leiden regional aufgrund der Trockenheit, die Zuckerpreise sinken und die Wettbewerbslandschaft innerhalb der EU ist durchwachsen - das geht zumindest aus der Mitgliederversammlung des Zuckerrüben Anbauerverband Niedersachen-Mitte e.V. hervor. Schaumburg gehört zu den fruchtbarsten Regionen innerhalb der EU. Aber was helfen fruchtbare Standorte, moderne Fabriken und Know How der Anbauer wenn in elf EU-Ländern an den Rübenanbau gekoppelte Prämien bezahlt werden und somit die dortigen Anbauer ihre Rüben 20 Prozent billiger verkaufen können als ihre deutschen Kollegen. Neonikotinoide sind EU-weit zwar verboten, aber in 13 EU-Mitgliedsstatten ist deren Einsatz durch eine Notfallregelung doch wieder zugelassen. Neonikotinoide sind hochwirksame Insektizide, die in Rüben die Übertragung von Viruskrankheiten durch Läuse wirksam und mit nur wenigen Nebenwirkungen verhindern. Die Deutschen Rübenanbauer erwarten in der EU einheitliche Regeln, entweder bekommen alle Ausgleichszahlungen und dürfen Neonikotinoide einsetzen oder keiner. Die Zuckerrübe ist eine genügsame Pflanze, die unter nahezu allen Voraussetzungen wächst. Sie kommt mit dem Klimawandel besser zurecht als viele andere Pflanzen. Sie profitiert sogar von den Temperaturen. Ihre Wurzeln wachsen tief ins Erdreich und erschließen dort Wasser und Nährstoffe. Die Rübe wächst auch noch im Hoch- und Spätsommer, dadurch kann sie die angebotenen Nährstoffe sehr effizient nutzen und das Grundwasser vor Nitrateinträgen schützen. Ganz nebenbei bindet die Rübe 36 Tonnen CO2 pro Hektat, dreimal mehr als der Wald. Sie produziert 26 Tonnen Sauerstoff/Hektar, soviel wie 120 Menschen verbrauchen. Rüben sind wie andere Pflanzen auch Wunderwerke der Natur mit umfangreichem Zusatznutzen für die Menschheit. Ein weiterer Punkt, in dem die Zuckerrübenlandwirte eine fairere Diskussion fordern, ist die Schuldzuweisung an den Zucker, dass dieses Lebensmittel allein verantwortlich für Fettleibigkeit und Gewichtszunahme in der Bevölkerung sei - was so nicht zutrifft. Denn es kommt wie immer auf die Dosis an, entscheidend bleibt am Ende die Kalorienbilanz jedes einzelnen. Ansonsten sieht Hartmut Brunhorst, Zuckerrübenlandwirt in Schaumburg die Schaumburger Rübe und generell die deutsche Zuckerrübe als wettbewerbsfähig - auch im Weltmarkt, jedoch wünscht auch er sich einen fairen Umgang mit der Rübe und zwar weltweit. Foto: tr

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