Keine Barrierefreiheit bis Sommer: DB ignoriert Appell von Bürgermeister Axel Wohlgemuth | Schaumburger Wochenblatt

30.01.2026 17:36

Keine Barrierefreiheit bis Sommer: DB ignoriert Appell von Bürgermeister Axel Wohlgemuth

Aufzugtausch in Bückeburg - hier steht erst einmal bis mindestens Juli kein Aufzug zur Verfügung. (Foto: nd)
Aufzugtausch in Bückeburg - hier steht erst einmal bis mindestens Juli kein Aufzug zur Verfügung. (Foto: nd)
Aufzugtausch in Bückeburg - hier steht erst einmal bis mindestens Juli kein Aufzug zur Verfügung. (Foto: nd)
Aufzugtausch in Bückeburg - hier steht erst einmal bis mindestens Juli kein Aufzug zur Verfügung. (Foto: nd)
Aufzugtausch in Bückeburg - hier steht erst einmal bis mindestens Juli kein Aufzug zur Verfügung. (Foto: nd)

Das Schaumburger Wochenblatt hatte bereits über die notwendigen Sanierungsarbeiten am Bahnhof Bückeburg berichtet. Besonderen Unmut lösten jedoch die von der Deutschen Bahn angekündigten langen Sperrzeiten der Aufzüge aus, die nun bis voraussichtlich Ende Juli oder August 2026 andauern und die Mobilität erheblich einschränkt. Barrierefreiheit? Die ist am Bahnhof durch die Bodenverhältnisse so schon ein Problem, doch ohne Aufzug geht nun gar nichts mehr. Bückeburgs Bürgermeister Axel Wohlgemuth schaltete sich daher persönlich ein und forderte von der Bahn eine Übergangslösung, also zum Beispiel die Zugverlegungen, um Pendlern und Besuchern Reisen ohne die Durchquerung des Tunnels zu ermöglichen – bislang jedoch ohne Erfolg. Von der Deutschen Bahn gab es bisher kein Entgegenkommen. Das bedeutet für jeden Bahnfahrer, der körperlich nicht imstande ist, die Treppen allein zu bewältigen, dass er aktuell nur mit Ersatzverkehr nach Bückeburg oder aus Bückeburg wegkommen kann.

Aufzüge noch monatelang außer Betrieb

Die langwierige Aufzugssperrung am Bahnhof Bückeburg trifft nicht nur die vielen Pendler, sondern auch die zahlreichen Zugtouristen, die die Bahn für einen Ausflug nutzen oder junge Familien, die zum Shoppen nach Minden, Stadthagen oder Hannover wollen. Mit dem Kinderwagen kann das derzeit zu einem echten Problem werden. Während Einheimische udn vor allem die Vielfahrer das Dilemma bereits kennen, überrascht es ahnungslose Gäste vor Ort jäh und unerwartet.

Bahn blockt ab

Wohlgemuths Vorschlag, Züge vorübergehend auf das barrierefreie Gleis 1 zu verlegen, um zumindest eine Erleichterung für Reisende zu schaffen, wurde von der Bahn abgelehnt. „Leider nicht realisierbar”, lautete die Antwort.
Auf die Frage des Bürgermeisters, wie sichergestellt werde, dass Pendlerinnen und Pendler weiterhin zuverlässig und ohne unzumutbare Umwege zur Arbeit gelangen können, verwies die Bahn erneut auf ihr Unterstützungsangebot: Mobilitätseingeschränkte Reisende, die ihre Fahrt vorab über die Mobilitäts-Servicezentrale anmelden, können einen kostenlosen Taxi-Transfer zum nächstgelegenen barrierefreien Bahnhof in Anspruch nehmen. Darauf wird per Aushang an den Aufzügen und in den Vitrinen hingewiesen (030-652128880, 0511-2861055, msz.bahnhofe.de). Die sogenannte 3-S-Zentrale (Service, Sicherheit, Sauberkeit) in Hannover regelt bei Anfragen die Verfügbarkeit eines Taxis am jeweiligen Bahnhof. Das muss allerdings 48 Stunden im Voraus passieren und ist daher alles andere als praxisnah.
Die Stadt Bückeburg bedauert die langwierigen Einschränkungen. „Wir haben auf die Entscheidungen der Deutschen Bahn keinen weiteren Einfluss”, so Bürgermeister Wohlgemuth resigniert.


Nadine Dressler
Nadine Dressler
Redakteurin Schaumburger Wochenblatt.

Nadine Dressler ist seit Anfang 2024 als Redakteurin beim Schaumburger Wochenblatt tätig. Sie betreut schwerpunktmäßig die redaktionellen Belange der Bereiche Bückeburg, Obernkirchen, Auetal und Bad Eilsen. Vereine und Initiativen können können ihre Pressemitteilungen gern direkt an n.dressler@schaumburger-wochenblatt.de senden.
north