Einer der wohl bedeutungsvollsten ersten Spatenstiche für die Zukunft in Bad Nenndorf fand im Saal statt: Samtgemeindebürgermeister Mike Schmidt sowie der Prokurist der Firma Ed. Züblin AG, Henning Thies und Ulrich Falk als Bereichsleiter, unterzeichneten im Beisein aller Beteiligten in der Wandelhalle den Totalunternehmervertrag zum Bau der neuen „Berlin-Schule“.
Gleichzeitig stellte das Architekturbüro den visualisierten Entwurf der neuen Grundschule sowie einer neuen Sporthalle für Bad Nenndorf vor. In den nächsten Wochen wird dies der Öffentlichkeit ausführlich vorgestellt, kündigte die Verwaltung an.
Mit diesem Schritt der Verwaltung hin zu einem Totalunternehmer für die Umsetzung des Bauvorhabens spart die Samtgemeinde bei diesem Neubau nach einer Wirtschaftlichkeitsberechnung von PSPC acht Millionen Euro. Ohne diesen Schritt hätten die neuen Schulgebäude im normalen Verfahren 44,5 Millionen Euro gekostet.
Jetzt sind die Grundschulgebäude mit einer Zweifeld-Sporthalle – für die Schmidt die Bezeichnung „Tiefsporthalle“ prägte, weil sie tieferliegend erstellt wird – mit einem Auftragswert von 36,5 Millionen Euro veranschlagt. Vom Land Niedersachsen bekommt die Samtgemeinde für den Neubau eine Förderung von rund 700.000 Euro. Es ist das größte Gesamtbauvorhaben, das die Stadt bisher vergeben hat.
Dieses Vertragswerk ist „riesig und das ganze Verfahren auch ein ganz anderes, als unsere Verwaltung das kennt“, erläutert Schmidt vor der Vertragsunterzeichnung. Der Neubau sei dringend erforderlich gewesen, so Schmidt weiter.
Das bestehende Gebäude sei in die Jahre gekommen und biete weder Barrierefreiheit noch Voraussetzungen für eine zeit- und fachgerechte Pädagogik. Schmidt: „Der Gebäudeneubau folgt der Pädagogik und nicht umgekehrt.“
Sie wurde vorausschauend nicht nur mit Blick auf die Ganztagsbetreuung geplant und durch das Architekturbüro entworfen, sondern vor allem für den zukünftigen Schulbetrieb bei steigenden Schülerzahlen als ein Lernhaus-Konzept ausgelegt.
„Es wird eine Schule von morgen im Rahmen der Digitalisierung und eines offenen Lernkonzeptes entstehen“, so Schmidt.
Alle Pläne sind nicht nur auf dem Reißbrett, sondern vor allem in einem Partizipationsprozess zwischen Verwaltung, Schule, Eltern und Politikern entstanden. In der Politik wurde hierfür eigens eine Arbeitsgruppe „Bildungscampus“ eingerichtet, um sich mit allen denkbaren Szenarien auseinanderzusetzen. Und das habe zu seiner großen Freude letztlich in der Samtgemeindeausschusssitzung zu einem einstimmigen Votum für den Bau geführt.
Eine Modernisierungsvoruntersuchung an der bestehenden „Berlin-Schule“ habe ergeben, dass diese Schule völlig abgängig und nicht zu sanieren sei. „Mit ein bisschen Farbe und Spucke wären wir da nicht um die Ecke gekommen. Und vor allen Dingen: Sie hat halt überhaupt gar nicht die Merkmale, die eine Grundschule haben muss.“
Schmidt dankte besonders der Verwaltung, angeführt durch André Lutz, für die Ausgestaltung der wesentlichen Schritte, die letztlich diesen Totalunternehmervertrag ermöglicht hätten. Henning Thies von der Züblin AG hob an dieser Stelle hervor, dass es für ihn Priorität habe, bei der gesamten Baumaßnahme nach Möglichkeit Gewerbe aus der Region einzubeziehen.
Die Vorstellung der Gebäudevisualisierung durch das Architekturbüro bestätigte die angekündigte hohe pädagogische und bauliche Qualität der Lernhäuser und der Sporthalle. Im Obergeschoss werden die ruhigeren Räume untergebracht, während im gesamten Erdgeschoss die dienenden Räume angeordnet sind. Dort sind auch die eigentlichen Fachunterrichtsräume untergebracht, „die das ganze Lernkonzept stützen“.
Für die Verbindung zwischen den Etagen sorgen zwei Aufzüge im Gebäude. Besonders ansprechend sind auch der Mensabereich sowie die multifunktionalen Bereiche im Foyer konzipiert. Die Dächer werden teilweise begrünt beziehungsweise mit Photovoltaikanlagen ausgestattet.
Der bestehende Schulhof-Spielplatz der Berlin-Schule wird weiter genutzt.
Nach der geplanten Fertigstellung der Schule zum Schuljahresbeginn 2028/2029 wird der vordere Teil des Kleinen Gymnasiums an der Bahnhofstraße abgerissen und dort die Sporthalle errichtet. Sie soll nach den Planungen im Herbst 2029 in Betrieb genommen werden können.
So wird es im Inneren der neuen Grundschule aussehen: Die Eingangshalle (von oben links im Uhrzeigersinn), die Lernhäuser, die Turnhalle und der Pausenhof (Visualisierung).
Quelle: MRO Partnerschaft mbB