Die Bürgerinitiative „Pro Umgehung B 65 Nienstädt“ drängt auf eine Umsetzung des Lärmaktionsplans, um eine Entlastung für die Anwohner vom Verkehrs-Geräusch der Bundesstraße zu erreichen. Als ersten Schritt in die richtige Richtung begrüßt sie die Installation zweier Geschwindigkeitsanzeiger an der Ortsdurchfahrt.
Dies sei „ein längst überfälliges Signal an rasende Verkehrsteilnehmer“, wie die örtliche Bürgerinitiative (BI) festhielt. Eine Gruppe von Mitwirkenden drückte im Pressegespräch am Rande der vierspurigen Straße ihre Freude über die Anschaffung der beiden Geschwindigkeitsanzeiger aus. Finanziert wurden die Geräte von der Gemeinde Nienstädt. „Sie sind ein kleiner Sieg der Vernunft gegen eine krasse Fehlplanung aus der Vergangenheit. Hier ist eine Ortschaft, in der Menschen leben und keine Raststätte an der Autobahn“, so laute die Botschaft.

Tempo 30 in der Nacht

Die BI hoffe nun, dass es mit der Umsetzung des Lärmaktionsplans vorangehe, wie Heike Klenke und Thomas Künzel von der BI ausführten. Vor zwei Jahren hatte diesen die Samtgemeinde Nienstädt verabschiedet. Das Handlungskonzept darin sieht unter anderem eine Gestaltung vor, die den Querschnitt der B65 verändert, um die Radverkehrsführung zu verbessern. Ebenso sind Punkte wie das Aufbringen von lärmminderndem Asphalt vorgesehen sowie Maßnahmen, die die Geschwindigkeit bremsen. Dazu zählt auch eine nächtliche Tempobeschränkung an bestimmten Stellen auf 30 Stundenkilometer. Für solche Maßnahmen sei eine Abstimmung mit der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hameln wichtig, so die BI.

Regelrechte Rennen

Deren Vertreter wiesen darauf hin, dass derzeit in mancher Nacht regelrechte illegale Rennen auf der Ortsdurchfahrt veranstaltet würden. Verbunden mit einer schwerwiegenden Lärmbelastung. Hier würde es schon helfen, wenn die Blitzer an der Fahrbahn wieder in Betrieb genommen oder mobile Blitzgeräte aufgestellt würden.
Die Bundesstraße mitten im Ortskern sei „eine in Beton gegossene Fehlplanung“, wie Thomas Künzel festhielt. Entscheidende Entlastung würde der Umgehungsbau bringen, so die BI-Mitwirkenden. Weil diese jedoch durch Beschlüsse von Kreistag und Samtgemeinde in die Ferne gerückt sei, gelte es umso mehr, auf den Lärmaktionsplan zu setzen.