Vorsicht vor dem Eichenprozessionsspinner | Schaumburger Wochenblatt

Vorsicht vor dem Eichenprozessionsspinner

Eichenprozessionsspinner: Offizielle Absperrung einer Eiche mit Warnhinweis: Vorsicht. Allergiegefahr durch Eichenprozessionsspinner! (Foto: Adobe Stock)
Eichenprozessionsspinner: Offizielle Absperrung einer Eiche mit Warnhinweis: Vorsicht. Allergiegefahr durch Eichenprozessionsspinner! (Foto: Adobe Stock)
Eichenprozessionsspinner: Offizielle Absperrung einer Eiche mit Warnhinweis: Vorsicht. Allergiegefahr durch Eichenprozessionsspinner! (Foto: Adobe Stock)
Eichenprozessionsspinner: Offizielle Absperrung einer Eiche mit Warnhinweis: Vorsicht. Allergiegefahr durch Eichenprozessionsspinner! (Foto: Adobe Stock)
Eichenprozessionsspinner: Offizielle Absperrung einer Eiche mit Warnhinweis: Vorsicht. Allergiegefahr durch Eichenprozessionsspinner! (Foto: Adobe Stock)

Der Eichenprozessionsspinner breitet sich in vielen Regionen Deutschlands weiter aus und sorgt aktuell so auch wieder in Schaumburg für Probleme. Besonders betroffen sind Eichen entlang von Straßen, in Parks sowie an Waldrändern, aber in Gebieten mit starkem Befall können die Raupen auch auf andere Pflanzen übergehen. Die Raupen schlüpfen in der Regel zwischen Mitte April und Anfang Mai – zeitgleich mit dem Austrieb der Eichen. Aufgrund des bisher mehr unstetigen Wetters verzögerte sich das ein wenig. Ab einem späteren Entwicklungsstadium, meist zwischen Ende Mai und Mitte Juni, bilden die Raupen ihre charakteristischen Brennhaare aus. Diese sind mit Widerhaken versehen und enthalten das Nesselgift Thaumetopoein. Bei Menschen kann der Kontakt Hautausschläge, Augenreizungen oder Atembeschwerden auslösen.

Typisch für den Eichenprozessionsspinner ist sein Verhalten: Tagsüber halten sich die Raupen in Gespinstnestern am Stamm oder in Astgabeln auf. In den Abendstunden ziehen sie in langen Reihen – den namensgebenden „Prozessionen“ – in die Baumkronen, um dort Blätter zu fressen.

Fachleute raten dazu, befallene Bereiche konsequent zu meiden und keinesfalls Raupen oder Nester zu berühren. Ist ein Aufenthalt in betroffenen Gebieten unvermeidbar, sollte auf geeigneten Schutz geachtet werden. Dazu zählen lange Kleidung, aber auch Schutzbrillen sowie ein Atemschutz.

Für Sicherheit bei Kindern und Haustieren sorgen

Vor alllem Kinder und Haustiere sollten ferngehalten werden. Kinder klettern gern an Bäumen und untersuchen Dinge mit den Händen. Dadurch kommt es leichter zu direktem Kontakt mit Raupen oder Nestern.
Hunde streifen häufig unbeaufsichtigt durch befallene Bereiche, schnuppern an Bäumen, kratzen sich oder wischen sich mit der Pfote über das Gesicht. Brennhaare können dann in Augen, Nase oder Mund gelangen, das gilt dementsprechend auch für Katzen, die Freigänger sind.
Kommt es dennoch zu einem Kontakt mit den feinen Brennhaaren, sind schnelle Maßnahmen wichtig. Kleidung sollte umgehend gewechselt und gewaschen werden, idealerweise bei mindestens 60 Grad. Zudem empfiehlt es sich, zu duschen und die Haare gründlich zu reinigen. Zuvor kann man auch Raupenhaare auf der Haut mit Klebestreifen entfernen.

Betroffene Hautstellen sollten dann vorsichtig mit Wasser gekühlt, jedoch nicht gerieben werden, da sich verbleibende Härchen sonst tiefer in die Haut einarbeiten können. Bei einsetzenden Beschwerden ist abzuklären, inwiefern ärztlicher Rat erforderlich ist (Kontakt über 116117), bei Atemnot sollte umgehend der Rettungsdienst (112) verständigt werden.

Verdacht melden

Auch die Bevölkerung kann dazu beitragen, Gefahrenstellen frühzeitig zu erkennen. Verdachtsfälle sollten an die jeweils zuständige Kommune gemeldet werden. Viele Städte und Gemeinden haben hierfür eigene Ansprechpartner oder Meldestellen eingerichtet, die auf den Internetseiten der Verwaltungen zu finden sind. Wer unsicher ist, kann sich auch telefonisch an die allgemeine Auskunft des Rathauses wenden und sich an die zuständige Stelle weiterleiten lassen. Wichtig sind möglichst genaue Angaben zum Standort sowie, wenn möglich, Fotos.

Nach einer Meldung überprüfen die zuständigen Stellen in der Regel den betroffenen Bereich und leiten bei bestätigtem Befall entsprechende Maßnahmen ein, etwa Absperrungen oder eine fachgerechte Entfernung der Nester, wie das erst vor Kurzem in Bückeburg und Stadthagen geschehen ist.

In Niedersachsen ist der Eichenprozessionsspinner seit Jahren ein wiederkehrendes Thema. Besonders in warmen und trockenen Frühjahren kommt es zu einer stärkeren Ausbreitung. Landesweit wird in solchen Jahren von einem flächendeckenden Auftreten gesprochen, auch wenn bisher keine zentrale Statistik geführt wird. Die Zahl der gemeldeten Fundorte geht in einzelnen Kreisen mitunter in die Hunderte.


Nadine Dressler
Nadine Dressler
Redakteurin Schaumburger Wochenblatt.

Nadine Dressler ist seit Anfang 2024 als Redakteurin beim Schaumburger Wochenblatt tätig. Sie betreut schwerpunktmäßig die redaktionellen Belange der Bereiche Bückeburg, Obernkirchen, Auetal und Bad Eilsen. Vereine und Initiativen können können ihre Pressemitteilungen gern direkt an n.dressler@schaumburger-wochenblatt.de senden.
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