LANDKREIS. „Eine tolle Erfolgsgeschichte, die weiter geht”, nennt VHS–Fachbereichsleiter Günter Kania den Lehrgang „Studieren ohne Abitur”. Vor 27 Jahren heuerte er bei der Volkshochschule (VHS) Schaumburg an und seit dieser Zeit läuft Jahr für Jahr der 13monatige Lehrgang, der Berufstätigen oder auch „Hausfrauen” zum Hochschulstudium verhilft. „Über 300 Schaumburger sind seitdem auf diesem Weg Akademiker geworden” erzählt er, „sie sind heute Ärzte, Rechtsanwälte, Architekten oder Lehrer”. Ein neuer Kurs beginnt am Montag, 18. Februar, um 18.30 Uhr in Obernkirchen im Schulzentrum, Admiral–Scheer –Straße. Teilnahme–Voraussetzungen sind eine abgeschlossenen Berufsausbildung plus eine zweijährige Berufstätigkeit in diesem Beruf (ersatzweise eine fünfjährige Berufstätigkeit in einem Berufsfeld) oder die fünfjährige Betreuung einer pflegebedürftigen Person, zum Beispiel eines Kindes. Außerdem muss man in Niedersachsen wohnen oder zumindest in der Nähe der Landesgrenze. Der neue Kurs hat noch Kapazitäten frei und nimmt noch Teilnehmer auf. Die Unterrichtszeiten sind montags bis donnerstags von 18.30 bis 21.45 Uhr. Der erste Abend ist der weiteren Beratung vorbehalten, danach nimmt Büthe gerne noch Anmeldungen entgegen. In der Vergangenheit gab es auch Teilnehmer aus benachbarten Landkreisen, wo es dieses Angebot schon seit längerem nicht mehr gibt. Bereits seit Ende der 80er Jahre dabei ist auch Lehrgangsleiter Lutz Büthe, dem Kania pädagogische Kompetenz, große Erfahrung und das notwendige Einfühlungsvermögen bescheinigt, das notwendig ist, um mit den Teilnehmenden die Fähigkeiten zum Studium zu erarbeiten. „Natürlich hat es in den 27 Jahren viele Veränderungen gegeben”, sagt Büthe. „In den 80ern war der Unterricht eher lehrerorientiert, heute bieten wir die Inhalte in einem Modulsystem an, das übersichtlicher ist und die Selbsteinschätzung über das Gelernte und über die eigenen Fähigkeiten verbessert”. Nach 13 Monaten, da sind sich Büthe und Kania einig, seien die Teilnehmenden nicht nur fit für die Aufnahmeprüfung an der Uni (die bisher von über 90 Prozent bestanden worden sei), sondern auch für das Studium selbst. Die Studienleistungen und Studienabschlüsse der „Studenten ohne Abitur” liegten deutlich über denen der mit Reifeprüfung. „Berufs- und Lebenserfahrung und ein etwas höheres Alter sorgen hier für stärkere Zielorientierung,” erläutert Lutz Büthe.