Zusammen mit Butler Walter ließ es Ortsbürgermeister Ulli Goebel mit der Startpistole so richtig „krachen”. Er gab den Start für die Läuferinnen und Läufer, Walkerinnen und Walker in diesem Jahr auf der Kirchplatz-Nordseite frei und da waren die Bambinis die ersten, die auf die Strecke gingen. Für sie sollte es eigentlich eine kleine Stadtrunde werden, doch bis auf wenige Kinder folgten alle der weißen Linie und die war bereits für die große 1200 Meter Runde für die Schüler ausgelegt. Kein Problem für die kleinen Sportlerinnen und Sportler, die am Ende ohnehin alle mit einer Medaille ausgezeichnet wurden.
Beim viel diskutierten Massenstart der Kinder (Schüler) kam es erneut zu einem Sturz, nachdem einer jungen Läuferin in die Hacken gelaufen wurde. Das Mädchen stürzte auf das Kirchplatzpflaster, verletzte sich leicht am Knie und der Vater war sauer. Für Karl-Heinz Frühmark, der als VTR-Chef über Jahre hinweg in die Organisation des Citylaufes eingebunden war, eine überaus unerfreuliche Situation, die die Organisatoren durch eine deutliche Verbreiterung der Startaufstellung am neuen Startpunkt eigentlich entzerren wollten. Doch so richtig optimal lief es auch in diesem Jahr nicht. Die Kinder aus der ersten Reihe hatten trotz Zeitnahme-Chip deutlich größere Chancen auf den prämierten Sieg und darauf, dass sie nicht im Pulk überlaufen wurden. Abhilfe würde hier nur eine Netto-Zeitnahme durch zwei Kontaktmatten schaffen, so dass der Massenstart der Vergangenheit angehört.
Sieger bei den Schülern wurde übrigens mit einer tollen Zeit von 4:39 auf 1200 Meter Yannik Reihs vor Moritz Hänsler und Jan Hohmeier. Bei den Mädchen holte sich Margret Schneider mit 5:13 vor Leona-Sophie Picker den ersten Platz. Platz drei ging an Ricarda Mohr.
Mit überaus unterschiedlichen Motivationen gingen dann die Sportler auf die 5.000 und 10.000 Meter Distanz. Ob Walken oder Laufen; für einige war der Weg das Ziel und sie freuten sich schon darüber, dass sie überhaupt den Weg vom Sofa auf die Strecke gefunden hatten, andere starteten mit dem „Willen zum anschließenden Grillen”, wieder andere mit dem „Können zum Sieg”. Letztere hatten im Blumenwall ihre wohl größte Herausforderung zu bewältigen, als es auf engeren Wegen zu Konflikten mit Walkerinnen und Walkern kam. Wenn Freizeitsport auf Leistungswillen trifft, dann kommen auch schon einmal die Ellenbogen zum Einsatz; und die trafen nicht jedermanns und -fraus Geschmack, dafür aber so manche Rippe.
Abhilfe könnten hier Rückspiegel an den Walkingstöcken, Glöckchen um die Hälse der Läufer oder ein wenig mehr gegenseitige Rücksicht schaffen.
Entlang der Strecke, die sich wie in jedem Jahr schön über die Wälle der Stadt zog, beklatschten viele Menschen die Leistung der Sportlerinnen und Sportler und verschafften mit Gartenschlauch und Sprühstrahl so manche willkommene Abkühlung. Gern gesehen waren auch die beiden Getränkestationen an der Ost-Contrescarpe und auf der Kunterschaft.
Während die Läuferinnen und Läufer, Walkerinnen und Walker den Temperaturen offenbar gut trotzten und es bei ihnen zu keinen Ausfällen kam, musste ein an der Absperrung wartender Fahrzeugführer von einem RTW-Team versorgt werden, nachdem er in der Hitze in seinem Fahrzeug kollabiert war.
Walking:
5-Kilometer Männer: 1. Platz Peter Pollok mit 29:19 vor Christoph Eichler und Christian Reglin.
5-Kilometer Frauen: 1. Platz Karin Konrad (33:44) vor Andrea Schädel und Erika Sefer-Müller.
10-Kilometer Frauen: 1. Platz Ursula Körner (1:10:58) vor Hannelore Hartwig-Ader und Sabrina Kramer.
10-Kilometer Männer: Sascha Nicolaisen mit 48:31 vor Frank Krüger und Wolf-Rüdiger Berg.
Laufstrecken:
5-Kilometer Männer: Martin Schäfer mit 17:06 vor Sebastian Tölle und Heiko Wolling.
5-Kilometer Frauen: Elke Adam mit 21:16 vor Kathy Spieß und Andrea Schäfer.
10-Kilometer Männer: Daniel Ulrich mit 34:01 vor Michael Schirrmacher und Christian Griesler.
10-Kilometer Frauen: Katharina Ecker mit 41:43 vor Gabriele Haukamp und Heike Stille. Foto: ste