Erste Etappe war die Eisenbarth-Orgel in der katholischen Sankt-Sturmius-Kirche am Kapellenwall, wo Kreiskantor Wolfgang Westphal das Publikum begrüßte und Sebastian Brendel den kleinen Konzertreigen eröffnete. Im Anschluss ging es in die reformierte Jakobi-Kirche, wo Julian Heider die Schuke-Orgel gekonnt bediente, und schließlich zur historischen Orgel in die Nikolai-Kirche, deren Klänge Matthias Neumann dem Publikum präsentierte. Die jungen Künstler intonierten Werke von Böhm, Bach, Reger, Müthel und Mendelssohn. Alle drei waren früher Schüler von Wolfgang Westphal und studieren jetzt Kirchenmusik an den Musikhochschulen in Hamburg und Hannover. Matthias Neumann und Julian Heider haben bereits ihr
B-Kirchenmusik-Diplom absolviert und bereiten sich auf das A-Examen vor. Sebastian Brendel wird im nächsten Jahr sein Gesangs-Diplom ablegen und ein Kirchenmusikstudium dranhängen.
An allen drei Kirchen hatte Wolfgang Westphal zunächst jeweils dasselbe Stück gespielt (Brahms‘ „Herzlich tut mich erfreuen die liebe Sommerzeit”), damit die Zuhörer die individuellen Unterschiede der Instrumente unter den gleichen Bedingungen hören konnten. Bei allen Instrumenten war „Plenum” angesagt - alle verfügbaren Register wurden aktiviert, um den vollen „Sound” vergleichen zu können. Erste Überraschung dabei: Die meiste „Power” hat die Schuke-Orgel in der Jakobi-Kirche, und das obwohl die Janke-Orgel in der Nikolai-Kirche über fast doppelt soviele (2500) Pfeifen verfügt. Nach dem Konzert blieben noch zahlreiche Gäste in der Nikolai-Kirche, um beim „Orgelwein” ihre Impressionen auszutauschen. - Eine weitere Möglickeit, die über 380 Jahre alte „Königin der Instrumente” in der Nikolai-Kirche aus nächster Nähe zu erleben, bietet sich Interessenten am heutigen Mittwoch: Ab 20 Uhr lädt Wolfgang Westphal zu einer weiteren Orgelführung ein. Zu hören gibt es diverse Klangbeispiele sowie eine kleines Konzert mit Werken von Johann Sebastian Bach. Die Veranstaltung dauert etwa eine Stunde, der Eintritt ist frei. Foto: km