Viele Bewerber für diese Weiterbildung konnten im ersten Durchgang wegen der Begrenzung der Teilnehmerzahl nicht aufgenommen werden. Nun wird es eine zweite und dritte Kursreihe geben.
Für die Weiterbildungs- und Qualifizierungsmaßnahme „Schulseelsorge” sind sowohl Religionslehrkräfte als auch Pastoren, Diakone im Schul- und eventuell im Gemeindedienst vorgesehen.
Eine Gruppe aus diesem Personenkreis von 15 Personen wird für etwa 1,5 Jahre am RPI in Loccum fortgebildet. Diese Maßnahme wird vom RPI in Kooperation mit dem Landesjugendpfarramt und der Arbeitsgemeinschaft Seelsorge und Beratung (AGSB) durchgeführt,
Gründe für die Einführung eines Schulseelsorge-Weiterbildungskurses und Konzeptüberlegungen sind laut RPI Folgende:
Schule sei ein zentraler Lern- und Lebensort von Kindern und Jugendlichen. Es ergeben sich die Notwendigkeit für kirchliche Arbeit, an einem solchen zentralen Ort verstärkt und profiliert präsent zu sein. Seelsorge gehe hier vom schulischen Alltag der Kinder und Jugendlichen aus und beziehe die Lehrkräfte und Eltern mit ein. Kindern und Jugendliche als Heranwachsende stehen permanent vor inhaltlichen und sozialen Herausforderungen und Aufgaben, deren Gelingen oder Scheitern das weitere Leben entscheidend prägen. Schulischer Erfolg oder Misserfolg bestimmen so maßgeblich über die Zukunft von Kindern und Jugendlichen. Dies führt für viele zu einer erheblichen Belastung. Hier könne eine spezifische Schulseelsorfe ansetzen. Zudem haben Kinder und Jugendliche so viele Freiheiten und Möglichkeiten, ihr Leben zu gestalten und ihr Handeln zu bestimmen, wie kaum eine Generation zuvor. Gleichzeitig gibt es für sie immer weniger gesellschaftliche Orientierungsmuster, so dass von den Kindern und Jugendlichen selbst eine starke Orientierungsleistung verlangt wird.
Schule ist ein zentraler Lern- und Lebensort für Kinder und Jugendliche. Daher sei das Gelingen von sozialen Beziehungen, die Anerkennung von Regeln und Ordnungen sowie die Möglichkeit einer altersgemäßen Mitgestaltung am Ort Schule von zentraler Bedeutung.
Es sei deshalb Aufgabe von Kirche, Menschen, die im schulischen Kontext leben und arbeiten, eine spezifische Form der Seelsorge vor Ort anzubieten, wenn sie in Krisensituationen geraten und ihnen so Möglichkeiten zu eröffnen, heilsame Erfahrungen zu machen.
Schulseelsorge will Räume für religiöse Erfahrungen öffnen, Einübung in evangelische Spiritualität bereitstellen, Formen gelingenden Miteinanders aufzeigen sowie in sozialen Notlagen konkret helfen.
Schulseelsorge will damit einen spezifisch evangelischen Beitrag leisten zur Weiterentwicklung der Persönlichkeit von Schülerinnen und Schülern in Auseinandersetzung mit dem Anliegen der Schulgemeinschaft und diese fördern.
Die Landeskirche Hannover strebt von daher ein Konzept von Schulseelsorge an, das sowohl persönliche Lebensbegleitung und Seelsorge als auch hiervon ausgehend Angebote im Bereich evangelischer Spiritualität, sozialen Lernens und konkreter Hilfe in Notlagen umfasst. Konkrete Beispiele von Schulseelsorge sind Schulgottesdienste, Andachten und Räume der Stille, Pflege einer Kultur der kirchlichen Feiertage und Zeiten wie „Der andere Advent”; Tage der Orientierung für Schüler der Schule oder „Oasentage” für Lehrkräfte.