Der Jugendhilfeausschuss empfahl daher, das schulische Beratungszentrum für den Schwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung am Standort Obernkirchen zu erweitern. Konkret heißt das für die Verwaltung, diese Ausweitung beim Land Niedersachsen zu beantragen. Ziel ist es, zwei zusätzliche Förderschullehrerstellen und zwei Sozialarbeiterstellen durch das Land finanziert, zu beschaffen. Vor allem aus den Grundschulen kommen vermehrt Hilferufe, sagte Schul-Dezernentin Eva Burdorf. Die Arbeitsgruppe „Arbeit mit emotional-sozial auffälligen Schülern im Landkreis Schaumburg” legte ein Konzept vor, das einzelfallbezogen ist. Es setzt dort an, wo die Probleme von jungen Menschen erkennbar werden, in der Schule. Die Arbeitsgruppe sieht zudem eine wachsende Anzahl von Kindern mit einem Förderschulbedarf Emotionale und Soziale Entwicklung und deren integrative Beschulung. Bisher leistete der ASD die Unterstützung dieser Kinder. Doch die Nachfrage kann mit dem bisherigen Personal nicht gedeckt werden.
In Obernkirchen ist bereits ein schulisches Beratungszentrum (SBZ) eingerichtet. Die Beratungsteams gehen in allgemeinbildende Schulen, um zur Kompetenzerweiterung und Stärkung des Systems Schule und Familie beizutragen.
Der gute Start des SBZ hat schnell gezeigt, dass in den Schulen ein weiterer und über die reine Beratung hinausgehender Bedarf gegeben ist. Vor allem im Bereich der Diagnostik und der Förderung sind weitere Ressourcen erforderlich. Die Räume seien vorhanden beziehungsweise könnten zusätzlich in Anspruch genommen werden.
Die Finanzierung dieser Erweiterung zu rechtfertigen, sei schwer zu beschreiben, so die Verwaltung. Zum Teil könne die Refinanzierung durch eingesparte Jugendhilfemittel geschehen. Doch anhand eines Denkbeispiels macht die Verwaltung schnell klar, dass bei den Kindern und Jugendlichen nicht nach Punktwerten gerechnet werden kann. Wenn nur zwei Kinder aufgrund des neuen Diagnose- und Förderangebotes ohne teilstationäre Maßnahmen, wie eine Tagesgruppe, in Anspruch nehmen müssten, decken die Einsparungen die Brutto-Arbeitgeberkosten für eine Stelle einer sozialpädagogischen Fachkraft.
Es bleibt zu hoffe, dass auch die Politiker bei den Haushaltsberatungen die große Nachfrage erkennen.