Die Notwendigkeit einer erweiterten Verkehrsführung durch das Schaumburger Land besteht bereits seit mehr als 20 Jahren.
„Ich bin heute immer noch traurig, dass die geplante Autobahn 30 nicht realisiert worden ist,” erinnert sich Landrat Schöttelndreier in das Jahr 1989 zurück. Zwar hatte der Bund damals den Bau geplant, wegen permament knapper Kassen kam es nicht zur Umsetzung. „Wir sind immer wieder vertröstet worden.” Im offiziellen Bundesverkehrswegeplan stand der Autobahnbau festgeschrieben.
Erst zehn Jahre später, im Jahr 1999 gab es Licht am Ende des Tunnels. Die Idee einer ausgebauten Bundesstraße 65 enstand. Den Platz in der Bundesplanung haben die Schaumburger gerne hergegeben. Zwar war damit klar, dass es keine zweite Autobahn gegen werde. Der Ausbau der B 65 hingegen machte Hoffnung auf eine bessere Anbindung an die vorhandene A 2. 2002 sei der Knoten dann geplatzt, so Schöttelndreier.
Mit dem Wort des damaligenen Ministerpräsdenten Sigmar Gabriel in der Tasche und ordentlich Druck in den Ministerien kam der Landkreis mit dem Projekt „2 plus 1-Ausbau” in die Pauschalfinanzierung des Bundes.
Der Rest ist den meisten Schaumburgern noch im Kopf. Diskussionen, Bedenken, Beschwerden und Proteste aus den B 65-Anrainergemeinden hagelte es sofort nach Bekanntwerden der Pläne. Der Landkreis als beauftragte Planungsbehörde wählte von Beginn an eine ungewöhnliche Methode. Bevor der offizielle behördliche Weg beschritten wurde, sammelten die Verantwortlichen die Kritikpunkte. Vorschläge und Änderungen wurden erörtert und einbezogen. In insgesamt zwei Bauabschnitten sind neue Wege, verschwenkte Straße und Lichtanlagen eingearbeitet, die vorher nicht bedacht waren. „Eine viel bessere Lösung” ist Schöttelndreier froh über das Ergebnis.
Einer, der von Anfang an dabei war, hatte sich auch zur Übergabe der Planfeststellungsunterlagen auf den Weg in das Kreishaus gemacht.
Karl-Erich Smalian ist zwar schon im Ruhestand. Doch der ehemalige Kreisbaudezernent hat das Projekt „2 plus 1-Ausbau” während seiner Amtszeit nach vorne gebracht. Ob die Kontakte in die Ministerien oder die Gespräche mit Anrainern, mehr als 80 große Termine seien es wohl gewesen, die Smalian zusammen mit Schöttelndreier und dem Landesamt in den letzten Jahren gemacht hat. Dazu seien die vielen kleinen Gespräche und Kontakte gekommen, die den B 65-Ausbau zu einem Dauerbrenner gemacht haben.
Auch für Smalian ist es eine Freude zu sehen, dass die neue Trasse nun vorankommt und neben Bad Nenndorf und Rodenberg auch die Kreisstadt davon profitieren wird.