Das Requiem von Gabriel Fauré erwies sich im Vergleich zu anderen Kompositionen des gleichen Genres als ein hochgradig individuelles Werk, das sich etwa dem Thema Tod mit einer harmonischen Lyrik nähert, die ihresgleichen sucht: Das Schöne bahnt sich stringent seinen Weg zum Ziel und lässt sich von keinem Schrecken aus der Bahn werfen. Selbst die Vision des Jüngsten Gerichts im „Libera me” wird von wunderbarer Melodik eingewickelt. Im finalen „Paradisum” ist dann endlich alles „dolce”: Ein zartes, alles auflösende Engels-Ensemble empfängt den Zuhörer - „und mit Lazarus, der einst im Elend war, soll ewige Ruhe dich erfreuen.” Vor dem Fauré-Requiem, das dem Gedenken an die im vergangenen Jahr verstorbene Frau Christel Schwarz (geborene Stüken) gewidmet war, hatte Wolfgang Westphal mit dem „Stabat Mater” von Giovanni Battista Pergolesi das Meister-Opus eines italienischen Barock-Komponisten ausgewählt. Trotz der großen zeitlichen Differenz von weit über 100 Jahren befand Westphal, dass die beiden Werke thematisch gut zusammen passen. Gabriel Fauré lebte von 1845 bis 1924, Pergolesi - der nur 26 Jahre alt wurde und dessen Geburtstag sich in diesem Jahr zum 300. Mal jährt - von 1710 bis 1736. Foto: km