LANDKREIS (nb). Über die Anträge auf Genehmigung der Integrierten Gesamtschulen (IGS) in Lindhorst und Rinteln hat die Landesregierung noch nicht entschieden, da tritt bereits die nächste Änderung des Schulgesetzes sprichwörtlich die Türen des Schulträgers ein. Als „Oberschule” sollen Haupt- und Realschulen künftig zusammengelegt und geführt werden. Der Beschluss soll auf Landesebene bereits im März gefasst werden, damit die neuen Oberschulen bereits zu Beginn des kommenden Schuljahres ihren Betrieb aufnehmen können. Und damit die neue Schulform zum „bildungspolitischen Erfolg” wird, soll sie im Haushalt 2011 mit einem Betrag von zehn Millionen Euro unterstützt werden. Das versetzt den Schul- und Berufsschulausschuss des Kreises in eine Warteschleife, in der er zur Untätigkeit verdammt ist. Einerseits birgt die Oberschule hinsichtlich Ganztagsbetrieb, Zügigkeit, Lehrpersonal und Sozialpädagogen Vorteile. Andererseits will die Verwaltung an den geplanten IGS vorerst festhalten. In Stadthagen und Bückeburg würden sich nach Meinung der Gremien die Umwandlung der Haupt- und Realschulen in eine Oberschule lohnen. Bei Rinteln und Lindhorst handelt es sich noch um Variablen. Derzeit liegt der Landesregierung ein Antrag vor, die IGS vierzügig führen zu dürfen. Da eine Entscheidung darüber aufgrund einer fehlenden verbindlichen Gesetzesgrundlage noch auf sich warten lässt, streben die Ausschussmitglieder nach Ablauf einer Frist eine „Untätigkeitsklage” an. Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier sprach von „ungeheurem Handlungsdruck” und wünscht sich die Entscheidung „lieber gestern als heute”. Auch für Eltern, deren Kinder auf eine weiterführende Schule wechseln müssen, eine Geduldsprobe. „Wir sind das dem Elternwillen schuldig”, so Edeltraut Müller (WIR). Sie habe den Eindruck, dass die Regierung die Entscheidung absichtlich hinauszögert, um den Schulträgern die Oberschule schmackhaft zu machen. In der allgemeinen Verunsicherung sieht Elternvetreter Bernd Wolf ein klares „Verschulden der Landesregierung”. „Der Hickhack geht einem als Kommunalpolitiker auf den Keks”, formulierte Gunter Feuerbach (CDU). Auch wenn es um die Einrichtung von Oberschulen gehe, müsse eine Entscheidung getroffen werden. Der Verwaltung bleibt nichts weiter übrig, als sich auf das Vielleicht vorzubereiten.