Die angegebenen vorraussichtlichen Schülerzahlen bis zum Jahre 2024 und die fehlende Verordnung für eine auf 14 Jahre angeordnete Fünfzügigkeit in der Ablehnung, seien nicht rechtens, so die Verwaltung.
Als Verschwendung von Steuermitteln bezeichnete CDU-Vorsitzender Heiko Tadge den Weg vor das Gericht. Er sei der Auffassung, der Öffentlichkeit werde „Sand in die Augen gestreut” - Kinder und Eltern würden nicht nur getäuscht sondern müssten am Ende auch noch die Kreditmittel des Rechtsweges aus ihrer eigenen Tasche bezahlen. Landrat Heinz-Gerhard Schöttelndreier hielt dagegen, man müsse an dieser letzten Chance festhalten und dem Elternwillen entgegen kommen. So sieht es auch Bernd Wolf vom Kreiselternrat. Er kritisierte die CDU scharf: Die Partei habe nie hinter den Bürgern und den neuen Gesamtschulen im Kreis gestanden. Er warf ihnen lediglich vor, während der Landratswahl Befürwortung geheuchelt zu haben. Es ginge nicht darum politische Forderungen zu lösen, einfacher wäre es die Schülerzahlen - im Hinblick auf die Zahlen in der Antragsablehnung - in den Klassen zu senken. Herwig Henke (SPD) stellte zudem die Auslegung auf 14 Jahre in Frage. Die SPD wolle das alles noch einmal auf den Prüfstand stellen.
Grüne/Wir-Sprecherin Edeltraut Müller sprach sich vornehmlich für den IGS-Standort Lindhorst aus. Die Schülerzahlen in diesem Einzugsbereich würden für eine geforderte Fünfzügigkeit „dicke reichen” heißt es im Errichtungsantrag an den Landrat. Die Gründung in Rinteln solle zwar nicht gekippt, jedoch verschoben werden.
Die Oberschule sei eine Mogelpackung, hinter dem Begriff „zukunftsweisende Schule” verberge sich allenfalls das schön zu reden, was niemand wünscht. Das Wünschbare stehe zum jetzigen Zeitpunkt nicht mehr zur Debatte, so Schöttelndreier, relevant sei nur noch das Machbare. Mit der Option, beide Schulen später in eine IGS umzuwandeln, empfahl der Ausschuss fast einstimmig, während des Klageverfahrens die Einrichtung von Oberschulen möglichst zum Schuljahresbeginn 2011/12 zu prüfen. Die CDU pocht weiterhin darauf, dass die Anfechtung ohnehin aussichtlos sei.