Das Basic-Kochen-Angebot sei laut Bade bereits frühzeitig ausgebucht gewesen und treffe genau den Nerv der Frauen. Und wohl auch den Nerv des einen oder anderen Mannes. Denn in der altersmäßig bunt gemischten Gruppe tummelten sich auch drei Männer. Bei Interesse, so Bade, seien mehr männliche Teilnehmer gerne gesehen. Die Lehrerin für Fachpraxis betonte, dass es im Kurs nicht um die kochenden LandFrauen gehe. Ziel sei, dass erfahrene Hauswirtschaftsleiterinnen den einfachen Zugang zu einer gesunden und praktikablen Küche vermitteln. „Wir wollen auch im Kochen die Alltagskompetenz fördern”, erklärte Bade. Wo zum Beispiel bestimmte Lebensmittel herkommen, wüssten oft sowohl Jugendliche als auch Erwachsene nicht.
Die Kunst des Kochens erlernen – das wollen gerade die Jüngeren, besonders wenn der Einzug in die erste eigene Wohnung kommt. Aber, so Bade: „Das lernt man nicht vom Show-Kochen im Fernsehen.”
Beim Live-Kochen in den Küchen der Berufsbildenden Schule Stadthagen unter dem Motto „Sonntagsbraten und Welfencreme” zauberten die Teilnehmer ein komplettes Menü, das einem das Wasser im Mund zusammenlaufen ließ. Die Beilage zum Fleisch bestand aus Käseknödeln, Herzoginkartoffeln und Spätzle nach norddeutscher Art. Dazu wurden eine traditionale Gemüseplatte mit Brokkoli, Blumenkohl und Möhren sowie ein frischer Wintersalat aufgetischt. Als süßen Leckerbissen zum Schluss gab es Welfencreme. Da nur ein Geschoss tiefer die Teilnehmerinnen des Schweiß-Workshops am Werkeln waren, kochte die Küchenmannschaft gleich die doppelte Menge. Teamarbeit wird daher von den Kochschülern großgeschrieben. Während das Duo Anne und Karo in der einen Küche die Käseknödel anrührten, schlugen Gerhard und Fiddi nach 20 Minuten immer noch abwechselnd den Weinschaum für die Welfencreme auf. Die beiden Herren sind für ihre Frauen eingesprungen und freuten sich ganz besonders auf das Essen, „weil es selbstgemacht ist”. Zu Hause nähmen sie zwar auch oft den Kochlöffel zur Hand, im Kurs hätten sie aber noch viel dazu gelernt. „Jetzt können wir es noch besser.” Foto: jl