Zwar kommt die Wirtschaftsentwicklung bundesweit nicht recht vom Fleck, der Ausbildungsmarkt im Landkreis Schaumburg und Umgebung bietet jungen Leuten jedoch nach wie vor gute Chancen für den Berufseinstieg. 860 Berufsausbildungsstellen verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit im August in ihrer Statistik, dieser Zahl standen 930 Bewerber gegenüber.
Außerdem wies die Bundesagentur für August 2026 230 unversorgte Bewerber und rund 180 unbesetzte Ausbildungsstellen aus (Zahlen aus der Statistik der Bundesagentur). Das Missverhältnis mit dem Überhang an unversorgten Bewerbern ist kein Grund für junge Leute, den Kopf in den Sand zu stecken.

Fachkräftemangel bietet Chancen

Nach wie vor ist der Arbeitsmarkt insgesamt von einem Fachkräftemangel geprägt, Nachwuchs ist in vielen Bereichen gefragt. Zudem ist der Ausbildungsmarkt dynamisch, Bewerber wählen auch alternative Berufseinstiegswege oder werden anderen Regionen aktiv. Zudem bildet die Statistik der Agentur nicht das gesamte Geschehen am Ausbildungsmarkt ab. Schließlich nehmen Betriebe und Jugendliche die Ausbildungsvermittlung der Arbeitsagentur freiwillig in Anspruch, ein nicht unbedeutender Teil der Dynamik fließt deshalb nicht in ein.
Wobei die statistischen Angaben doch für 2026 einen gewissen Wandel ausweisen. In den Vorjahren hatte die Zahl der Stellen die der Bewerber übertroffen. Dies war seit 2021 so. Zuvor, war wie nun erstmals 2026 wieder, die Zahl der Bewerber höher als die Zahl der Ausbildungsstellen. Ein Stück weit bringt 2026 eine Rückkehr zu einem Verhältnis, das Ältere lange Jahre gewohnt waren. Zudem blieb der „Überhang“ an Bewerbern wie die Zahl der Unversorgten 2026 im Vergleich zu den beschriebenen früheren Zeiten vergleichsweise klein.

Den Blick weiten

Trotzdem vielleicht ein Grund mehr, sich auf den Berufs- und Studieninformationstag am 16. September gründlich vorzubereiten und die sich dort bietenden Chancen zu nutzen. Die Berater der Agentur für Arbeit weisen stets auf ein Missverhältnis hin, das sich seit einer Reihe von Jahren zeigt. Bestimmte Ausbildungsgänge erfreuen sich großer Beliebtheit. Bei einer Vielzahl von Bewerbern ist es dann schwierig, die angestrebte Stelle zu bekommen. Andererseits gibt es Berufsfelder, in denen dringend Auszubildende gesucht werden, es jedoch zu wenig Bewerber gibt. Es lohnt sich also, sich breitgefächert zu informieren, so die Empfehlungen der Berater und sich nicht unbedingt auf einen vermeintlichen „Traumberuf“ zu versteifen. Oftmals gibt es Berufe, die der Bewerber gar nicht vor Augen hat, die jedoch ebenfalls seinen Interessen und Fähigkeiten entsprechen.

Gute Chancen in bestimmen Branchen

In bestimmten Bereichen zum Beispiel des Handwerks besteht mittlerweile ein erheblicher Fachkräftemangel, der sich mit dem Ausscheiden von geburtenstarken Jahrgängen in den nächsten Jahren noch verschärfen wird. In vielen Handwerksberufen übertrifft die Zahl der freien Ausbildungsstellen die Zahl der Bewerber so deutlich. Dies gilt zum Beispiel für Berufe, in denen es um die Herstellung und den Verkauf von Lebensmitteln geht ebenso wie in den Bauberufen. Auch in den Metall- und Elektroberufen ist das mittlerweile häufig so.
Beim Berufs- und Studieninformationstag erhalten die Teilnehmer nicht nur die Möglichkeit zum Austausch mit den Vertretern von Ausbildungsbetrieben. Es ergibt sich auch die Gelegenheit, sich zu seinen Bewerbungsunterlagen zu Verbesserungs-Optionen oder auch allgemein zur Ausbildungsplatzsuche beraten zu lassen.