Fristam Pumpen Schaumburg stellt die Weichen für weiteres Wachstum in Stadthagen. Das auf hochspezialisierte Pumpentechnik ausgerichtete Maschinenbauunternehmen wird im Norden der Kreisstadt einen neuen Produktionsstandort errichten.
Am 9. September haben Firmeneigentümer Wolfgang Stamp und Stadthagens Bürgermeister Oliver Theiß am Hauptsitz der Fristam-Unternehmensgruppe in Hamburg den Kaufvertrag für das städtische Gewerbegrundstück notariell unterzeichnet, wie die Stadt Stadthagen in einer Pressemitteilung erklärt. Die Inbetriebnahme der neuen Pumpenfabrik sei für Mitte 2028 vorgesehen.
Damit bleibe ein wachstumsstarker Produktionsbetrieb mit internationalem Geschäft in Stadthagen und schaffe zugleich die Voraussetzungen für seine weitere Expansion. Perspektivisch sollen am neuen Standort über 50 Menschen beschäftigt sein. Zusätzliche Flächen halten die Möglichkeit einer späteren Erweiterung offen.
„Wir haben uns sehr bewusst für Stadthagen entschieden“, sagte Firmeneigentümer Wolfgang Stamp. „Unser Geschäft entwickelt sich gut und wir sehen weiteres Potenzial. Mit der neuen Fabrik schaffen wir die Voraussetzungen, unsere Produktion langfristig weiterzuentwickeln. Wichtig war für uns auch, dass der Standort mit uns wachsen kann.“
Familiengeführtes Unternehmen
Fristam Pumpen ist ein familiengeführtes Unternehmen mit Hauptsitz in Hamburg, weltweitem Vertriebsnetz und fünf Produktionsstandorten – zwei davon in Deutschland, weitere in den USA, Indien und China. Seit 2015 entwickelt und produziert Fristam Pumpen Schaumburg in Stadthagen Doppelschraubenpumpen. Rund 90 Prozent der Produktion werden exportiert.
Die Pumpen kommen unter anderem im Lebensmittelbereich und bei der Pharmaindustrie zum Einsatz, beispielsweise bei der Herstellung von Schokolade, Ketchup, Schmelzkäse, Zahnpasta oder Insulin. Weitere industrielle Anwendungen kommen hinzu. Am Stadthäger Standort reicht die Wertschöpfung von Forschung und Entwicklung und Konstruktion über Fertigung, Montage bis hin zu Prüfung sowie Versand. Fristam Pumpen Schaumburg zähle zu jenen hochspezialisierten Unternehmen, die außerhalb ihrer Märkte zwar wenig bekannt seien, in ihrer technologischen Nische aber sehr erfolgreich international agieren würden – ein „Hidden Champion“ aus Stadthagen, so die Pressemeldung.
Kontinuierliches Wachstum
Das kontinuierliche Wachstum bringe den bisherigen Standort im Gewerbepark Schaumburg an der Gubener Straße inzwischen an seine Grenzen. Maschinenpark und Belegschaft seien gewachsen, die vorhandenen Flächen würden für die weitere Entwicklung aber nicht mehr ausreichen.
„Wir haben in Stadthagen erhebliches technologisches Know-how aufgebaut“, sagt Torben Hahn, Prokurist bei Fristam Pumpen Schaumburg. „Entwicklung, Konstruktion, Fertigung und Erprobung greifen bei uns eng ineinander. Der Neubau ermöglicht dafür moderne Abläufe, leistungsfähige Entwicklungs- und Produktionsbereiche und kurze Wege. Die Gubener Straße hat uns lange gute Dienste erwiesen – für unsere weitere Entwicklung reicht der Standort aber nicht mehr aus.“
Mit der Expansion seien weitere wirtschaftliche Effekte verbunden. 2015 sei Fristam Pumpen Schaumburg mit drei Beschäftigten gestartet, zehn Jahre später seien es bereits 35. Am neuen Standort rechne das Unternehmen zunächst mit rund 45 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, innerhalb von drei Jahren nach Inbetriebnahme sollen es dann über 50 werden.
„Starkes Signal für Stadthagen“
Bürgermeister Oliver Theiß freut sich über die Perspektive, welche die Expansion eröffnet: „Das ist ein starkes Signal für Stadthagen und auch ein gutes Beispiel für unternehmerisches Gelingen am Standort Deutschland. Während vielerorts massiv industrielle Arbeitsplätze bei Global Playern verloren gehen, investiert hier ein sehr erfolgreiches deutsches Familienunternehmen in Produktion, Innovation und qualifizierte Beschäftigung. Wir sind dankbar für das bisherige Engagement von Fristam und freuen uns, dass das nächste Kapitel der Unternehmensentwicklung erneut in Stadthagen geschrieben wird.“
Seit der konkreten Expansionsanfrage Anfang 2026 begleite die städtische Wirtschaftsförderung das Vorhaben bei allen relevanten Fragen intensiv. Stadthagen könne zudem mit geeigneten, baureifen Industrieflächen und guter verkehrlicher Erschließung punkten.
Nach Meinung des städtischen Wirtschaftsförderers Lars Masurek „ist außerdem der über Jahre gewachsene Austausch mitentscheidend gewesen. Wir haben Fristam ja nicht erst kennengelernt, als es um ein Grundstück ging. Wir begleiten die Entwicklung des Unternehmens schon lange und hatten immer einen sehr offenen und konstruktiven Dialog.“
Auch andere Kommunen in der Region hätten Interesse an dem Unternehmen gehabt, weiß Masurek. Fristam verbinde schließlich vieles, was für einen Wirtschaftsstandort besonders wertvoll sei: „Produktion, Forschung und Entwicklung, qualifizierte Arbeitsplätze, Ausbildung, Export und Wachstumspotenzial“.
Mehr als 20.000 Quadratmeter
Fristam erwirbt an der Industriestraße eine Gewerbefläche von mehr als 20.000 Quadratmetern. Für eine angrenzende Erweiterungsfläche von weiteren rund 10.000 Quadratmetern ist ein Vorkaufsrecht vorgesehen. Damit berücksichtige die Standortplanung bereits mögliches weiteres Wachstum, so die Mitteilung.
Mit der Unterzeichnung des Kaufvertrags sei nun ein entscheidender Schritt vollzogen. Planung und Umsetzung sollen „jetzt mit Hochdruck vorangetrieben werden“. Die Inbetriebnahme der Fabrik sei nach aktuellem Stand für Mitte 2028 vorgesehen.
Die Investition sichere damit nicht nur einen bestehenden Produktionsbetrieb in Stadthagen. Sie schaffe Raum für zusätzliche qualifizierte Arbeitsplätze und stärke „industrielle Wertschöpfung, technologische Kompetenz und die internationale Sichtbarkeit des Wirtschaftsstandortes“.