„Die Eltern vertrauen dem gegliederten Schulwesen und schicken ihre Kinder weitgehend auch dort auf Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen, wo ein umfangreiches Gesamtschulangebot zur Verfügung stehe. So besuchten etwa in Hannover 91 Prozent der gymnasialempfohlenen Schüler ein Gymnasium und nur 9 Prozent eine Gesamtschule. Da die Eltern sich bei freier Wahl nicht für die Einheitsschule entschieden, solle diese nach dem Willen von Rot-Grün nun zwangsweise eingeführt werden.” Schmidt, Schwarz und Speck warfen insbesondere der SPD vor, die Eltern und die Öffentlichkeit über ihr klar ausgesprochenes Endziel einer Zwangs-Einheitsschule für alle zu täuschen, weil sie um deren Unpopularität wüssten.
Im Übrigen seien Aussagen in dem SPD-Bildungsprogramm wie „Das gegliederte Schulwesen kann keine Perspektive für unsere Jugend bieten” nicht nur sachlich falsch, sondern ein Affront gegenüber Tausenden von Lehrkräften, die täglich in den Schulen des gegliederten Schulwesens unter schwierigen Bedingungen erfolgreiche Arbeit leisteten.
Der Philologenverband habe, zu Recht an SPD und Grüne appelliert, zur bildungspolitischen Vernunft zurückzukehren und pragmatisch an einer besseren Schulqualität im Interesse der Kinder mitzuarbeiten. Die Mehrzahl der Politiker von SPD und Grünen, darunter auch sehr prominente, schickten ihre Kinder ohnehin auf Schulen des gegliederten Schulwesens oder auf Privatschulen und machten um das Gesamtschulangebot einen weiten Bogen. Da werde öffentlich Wasser gepredigt und heimlich Wein getrunken. Aber auch an die jetzige CDU-FDP-Regierung richteten Niedersachsens Gymnasiallehrer klare Forderungen: In Klassen mit 30 Schülern jeden einzelnen individuell zu fördern, sei ein Ding der Unmöglichkeit, so die Stadthäger Delegierten.
Ferner bräuchten die Schulen nach der Fülle tief greifender Neuerungen endlich eine Pause, um die Reformen in Ruhe umsetzen zu können.
Die Delegierten begrüßten es, dass Kultusminister Busemann in Goslar eine schrittweise Senkung der Klassenstärken in den nächsten Jahren und ein Ende des „Reform-Stakkatos” angekündigt habe.