Im Vorfeld hatte Wolfgang Westphal zu einem Einführungsabend mit Klangbeispielen eingeladen und auf die besonderen Merkmale der Meisterwerke hingewiesen. Schubert, so Westphal, sei der Anfang, Schumann der Inbegriff der Romantik in der Musik. Beide seien der Liedkomposition, also dem Erfinden schöner Melodien, sehr verhaftet gewesen, was man in den beiden Werken immer wieder feststellen könne. Das A-Moll-Klavierkonzert, verriet Westphal, habe ihn als Jugendlichen erst richtig zur Musik gebracht. Mit einem Freund habe er das Konzert so oft gehört, dass er es bald schon fast auswendig gekannt habe. Für Wolfgang Westphal geht in dem Zusammenhang jetzt ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung: Er wird das Schumann-Opus, das weltweit zu den meist aufgeführten Werken zählt, zum ersten Mal selbst dirigieren. Schumanns Frau Clara hatte das Konzert uraufgeführt und immer wieder gespielt. Der zweite Satz, so Westphal, sei „ein Zwiegespräch zweier Liebender, eine Liebeserklärung Roberts an seine Clara”. Der dritte Satz gewinne sein Themen-Material aus dem ersten Satz - „jetzt in Dur und mit einem rhythmischen Feuer, das seinesgleichen sucht.” Schuberts „große” neunte Symphonie war lange verschollen, und Robert Schumann war es, der das grandiose letzte Werk des mit 31 Jahren verstorbenen Komponisten bei seinem Bruder Ferdinand wieder entdeckte. „Wenn man bedenkt,” so Westphal, „dass dieses Werk zur selben Zeit entstand wie Beethovens Neunte, dann kann man vielleicht erahnen, wie fließend der Übergang von der klassischen zur romantischen Epoche war.” Im letzten Satz zitiere Schubert übrigens fast wörtlich das berühmte Freudenthema aus Beethovens „Neunter”, vermutlich aus Ehrerbietung vor seinem großen Vorbild.” Foto km