Völliges Unverständnis zeigt die FDP Stadthagen über die Entwicklung beim Erinnerungsprojekt für Verfolgte des Naziregimes am Vorabend der Übergabe der Menorah. Die bisher vorbildlich geleistete Arbeit von allen Beteiligten bei der Aufarbeitung der damaligen Verbrechen drohe völlig überschattet zu werden von Kompetenzstreitigkeiten, heißt es in einer Pressemitteilung. Bei diesem sensiblen Thema, so die FDP, seien Diplomatie und leise Töne von Nöten. „Eine Einbindung des Ministerpräsidenten in dieses richtungsweisende Projekt, in welcher Form auch immer, hätte dieses nur befördern können”, ist sich der FDP-Vorsitzende Dr. Lothar Biege sicher.
Außerdem kritisiert er, dass seine Fraktion vor der Ausladung des Ministerpräsidenten von der Verwaltung über deren Beweggründe nicht informiert worden ist. „Eine Entscheidung von solcher politischer Tragweite muss vorher mit den Parteien besprochen werden”, befindet die FDP-Ratsfrau und stellvertretende Bürgermeisterin Renate Jobst.
Sicherlich habe der Bürgermeister gute Gründe für seine Entscheidung gehabt und die Alleingänge des Initiators Hasso Neumann seien manchmal schwer zu ertragen, dies entbinde ihn aber nicht von der Verpflichtung, bei diesem wichtigen Projekt besonders besonnen zu handeln.