Annemarie Gesche, Vorsitzende der Silvesterinitiative, Vorstandskollegin Ute Borrmann und Gründungsmitglied Sabine Brasholz hatten am Tag zuvor im Verlauf mehrerer Stunden persönlich Hand angelegt und insgesamt zwei Mal 60 Tüten gepackt: Eine mit Süßigkeiten, die andere mit Lebensmitteln allein im Wert von rund 60 Euro. Das „Ultimo-Frühstück” ist ein Angebot, das von Pastor Heiko Buitkamp von der evangelisch-reformierten Jakobi-Gemeinde initiiert worden ist. Es handelt sich um ein zunächst monatliches Frühstückstreffen (immer am ersten Mittwoch von neun bis elf Uhr) im Gemeindesaal am Kollegienplatz, das sich vorrangig an sozial schlechter gestellte Mitbürger wendet, die mit sehr kleinen Renten oder auch auf der Grundlage von Hartz-IV-Bezügen leben müssen. Vor diesem Hintergrund wurde auch der Titel „Ultimo-Frühstück” entwickelt: Zum einen, weil die Termine vorläufig jeweils für den letzten Mittwoch eines Monats angesetzt wurden und zum anderen, weil sich bei sozial Schwachen gegen Ende des Monats auch bei großer Sparsamkeit besonders deutlich zeigt, wie knapp der zur Verfügung stehende Etat tatsächlich ist. Den Teilnehmern soll dabei aber nicht nur die Möglichkeit geboten werden, in netter Atmosphäre kostenlos zu frühstücken: Vielmehr wird darauf gesetzt, dass sich mittelfristig für die Teilnehmenden ein positives Netzwerk für wechselseitige Hilfe und Beratung entwickelt. Deshalb legen die Organisatoren auch großen Wert darauf, dass über persönliche und institutionelle Kontakte auch immer wieder Fachleute zur Klärung juristischer, medizinischer oder sozialer Fragen zur Verfügung stehen. So sind bei den Treffen häufig auch Vertreter anderer Kirchengemeinden, des Diakonischen Werkes, des DRK und der Tafel vertreten, die an der künftigen Entwicklung mitarbeiten wollen. -
Die Silvesterinitiative war zum Jahreswechsel 2000/2001 gegründet worden, mit dem Ziel, Menschen in Not zu helfen. Das Finanzaufkommen des mittlerweile 88 Mitglieder starken Vereins setzt sich aus den Mitgliedsbeiträgen sowie insbesondere aus Spenden und dem Erlös verschiedener Aktivitäten zusammen. Bestes Beispiel: Erst in der vergangenen Woche hatte die Firma Rolec 3000 Euro gespendet, die ursprünglich für Weihnachtsgeschenke an auswärtige Kunden geplant waren. Die verfügbaren Mittel werden für Hilfen zum Lebensunterhalt, für Renovierungsarbeiten, Schulmaterialien, Schulranzen, für die Übernahme von Energie- und Mietkosten oder eben für die Weihnachtsaktionen bereit gestellt. Im vergangenen Jahr wurden Pakete im Wert von fast 2200 Euro an Familien und Bedürftige übergeben. Bei der letztjährigen Schulaktion wurden 25 Familien mit Materialien im Wert von rund 2000 Euro unterstützt. Foto: km