„Insgesamt war 2008 ein Spitzenjahr für den Arbeitsmarkt unserer Region – das dritte gute Jahr in Folge. Insbesondere von der guten Auftragslage der exportorientierten Unternehmen im Maschinenbau, Elektronik und Chemie hat der heimische Arbeitsmarkt profitieren können”, beurteilt Ursula Rose, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur Hameln, die zurückliegende Entwicklung. Die durchschnittliche Arbeitslosenquote betrug 9,0 Prozent, im Vorjahr 2007 hatte sie noch 10,3 Prozent betragen. Die Zahl der von den Agenturen für Arbeit betreuten Empfänger des Arbeitslosengeldes I und Nichtleistungsempfänger ging um 1.095 auf jahres- durchschnittlich 5.916 zurück (-15,6 Prozent). Die positive Arbeitsmarktentwicklung bewirkte aber auch einen deutlichen Rückgang bei den von den Arbeitsgemeinschaften betreuten Empfängern des Arbeitslosengeldes II um 12,5 Prozent (-1.766) auf 12.377.
12.094 offene Stellen für den ersten Arbeitsmarkt wurden dem gemeinsamen Arbeitgeber-Service der Agentur für Arbeit und der Job-Center 2008 zur Besetzung gemeldet – das waren 1.112 (+10,1 Prozent) mehr als im Vorjahr. Der Arbeitgeber-Service wurde personell auf 41 Vermittler aufgestockt und erledigt nunmehr auch die Ausbildungsstellenvermittlung. Insbesondere Zeitarbeitsunternehmen, die metallverarbeitenden Betriebe und der Maschinenbau sowie Unternehmen im Gesundheits- und Sozialwesen haben Personal eingestellt. Dabei ist der Bedarf an ausgebildeten Fachkräften gegenüber dem Vorjahr noch einmal angestiegen. 2008 wurden von der Agentur Hameln 14,7 Millionen Euro zum Ausgleich zwischen Angebot und Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt eingesetzt. Die JobCenter zusammen hatten zusätzlich 30 Millionen Euro zur Verfügung. Deutlicher Schwerpunkt der durch die Arbeitsagentur eingesetzten Gelder lag bei der Förderung der beruflichen Weiterbildung – hier wurden rund 5,3 Millionen Euro für die Förderung in 1.174 einzelnen Fällen eingesetzt. Mit zusätzlichen 1,4 Millionen Euro aus dem Sonderprogramm WeGebAU konnten 360 gering qualifizierte und ältere Beschäftigte in Unternehmen weitergebildet werden. Für Eingliederungszuschüsse an Arbeitgeber wurden 2,3 Millionen Euro ausgegeben – damit konnten 683 Fälle gefördert werden. Vom Aufschwung am Arbeitsmarkt konnten Menschen, die seit länger als einem Jahr arbeitslos waren, überdurchschnittlich profitieren: Die Zahl der Langzeitarbeitslosen reduzierte sich im Jahresdurchschnitt um 19,7 Prozent (-1.751) auf 7.123. Der Anteil der Langzeitarbeitslosen an allen Arbeitslosen ist jahresdurchschnittlich um 3,1 Prozentpunkte auf 38,9 Prozent gesunken. Die Arbeitslosigkeit bei den unter 25-Jährigen ist mit einem Minus von 15,3 Prozent (- 335) auf 1.857 ebenfalls stark zurückgegangen. Die Entspannung am Ausbildungsmarkt setzte zudem sich fort.
Konkrete Prognosen über die Entwicklung der Arbeitslosigkeit in 2009 können seriös nicht gemacht werden. Die Chefin der Arbeitsagentur Hameln erläutert: „Die Prognosen der Wirtschaftsforschungsinstitute zur wirtschaftlichen Entwicklung gehen weit auseinander – je nachdem, was real eintritt, wird auch die Entwicklung der Arbeitslosigkeit bei uns sein. Manche Experten erwarten auch nur eine kurze Schwächephase der Wirtschaft. Die sprunghaft gestiegenen Anzeigen auf Kurzarbeitergeld zeigen, dass sich die Unternehmen im Weserbergland auf eine Konjunkturflaute einstellen. Es zeigt aber auch, dass die Betriebe auf einen vorübergehenden Auftragsmangel hoffen. Bewährte Mitarbeiter zu halten ist der richtige Weg. Zudem kann nachlassender Auftragsdruck von den Firmen auch dazu genutzt werden, in die Weiterbildung ihrer Beschäftigten zu investieren und damit für bessere Wettbewerbsfähigkeit zu sorgen. - Auf jeden Fall gehe ich für 2009 von steigenden Arbeitslosenzahlen aus.”