Derzeit gibt es zwar keinen Bischof in der Landeskirche Schaumburg-Lippe. Aber ohne Bericht des Oberhauptes kann die Synode nicht tagen. Also hatte Altbischof Jürgen Johannesdotter gemeinsam mit dem stellvertrendenden Landesbischof, Oberprediger Dr. Pönnighaus, einen Bericht angefertigt und schriftlich vorgelegt. Positiv und zuversichtlich ist der Grundton der knapp fünf Seiten starken Schrift. Mittendrin aber schlägt der Bericht nachdenkliche Töne an. Die Wirtschaftskrise und ihre Folgen seien für die Kirchen spürbar. „Die Art und Weise, wie die Kirchen auf diese Situation reagieren, unterscheidet sich kaum von der Wirtschaft. Das ist auch nicht verwunderlich. Niemand kann auf Dauer mehr ausgeben, als er einnimmt.” Ein erstes Resumee der Aktivitäten im Reformations-Jubiläumsjahr fällt hingegen positiv aus. Insbesondere habe das festliche Wochenende spüren lassen, „dass wir nicht für uns allein Gemeinde und Kirche sind, sondern uns in einer weltweiten Gemeinschaft finden”, schreibt Pönnighaus, der an der Synodaltagung nicht teilnehmen konnte. Es sei wünschenswert, einige Erfahrungen in den „Alltag unseres Kircheseins” hinüber zu retten. Die Frage nach den „geistlichen Ressourcen” der Kirche dürfe dabei aber nicht ausgeblendet werden. Pönnighaus ging weiter auf die Bedeutung des Ehrenamtes ein. Sie seien keine Aushilfskräfte, vielmehr stehe das gemeinsame „Dienet dem Herrn” im Vordergrund. Schließlich griff der Bischofsbericht auch das „lutherische Vermächtnis” auf. Gegen alle Aufgeregtheit in aufregenden Zeiten helfe nur ein neues Hinhören auf die alte und immer wieder neue Botschaft des Evangeliums. Nicht die „geschlossene Faust” sei für Luther charakteristisch, „sondern die geöffnete Hand”. Das lutherische Vermächtnis sei es wert, in Erinnerung gebracht zu werden.