Als Standort hatte man den ehemaligen Festungswall im Nordosten der Stadt gewählt, die frühere Bastion „Hessen”. Doch glücklich waren die Bauherren über den Platz anfangs gar nicht; denn unerwartet stellte sich heraus, dass der Baugrund aus aufgeschüttetem Material bestand und ein so massiges Gebäude nicht hätte tragen können. So musste die Kirche auf Pfählen gegründet werden, die mühsam mit Handrammen in den Boden getrieben wurden.
Durch derartige Komplikationen stieg der Baupreis immens. Allein die Anlage der Fundamente verschlang schon soviel Geld, wie eigentlich für den gesamten Komplex vorgesehen war. Unter großen Opfern und mit viel Engagement schaffte es die katholische Glaubensgemeinschaft dennoch: Am 24. Mai 1888 wurde Sankt Sturmius durch den bis 1929 für die Pfarrei Rinteln zuständigen Fuldaer Bischof geweiht. Dass sich der Bonifatius-Verein für den Namen „St. Sturmius „ entschied und es gerade der Fuldaer Episcopus war, der zur Konsekration (Weihe) erschien, hatte aber auch seine besondere historische Bewandnis: Der Patron der neuen Kirche, der Heilige Sturmius, hatte im Jahre 744 das Kloster Fulda gegründet, und zählte etliche Zeit zur Gefolgschaft des berühmten Missionars Bonifatius, der sich dereinst „erdreistet” hatte, die heidnischen Hessen durch das Fällen der Donar-Eiche (bei Geismar) zu schocken. Der Kirchenbau wurde im neugotischen Stil errichtet. Das dreischiffige Haupthaus überragt der 51 Meter hohe, quadratische Westturm mit seinem schlanken Helm und den vier Ecktürmen. Die Abschlüsse der Kreuzflügel und des Chores (im Osten) sind aus dem Achteck entwickelt. Im Innern besonders hervorzuheben sind die kostbar in gotischer Form geschnitzten Nebenaltäre an den Stirnwänden der Seitenschiffe sowie die achteckige Kanzel mit ihren Heiligendarstellungen und die schöne Deckenbemalung.
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