Schaumburger Wochenblatt
  1. Den eigenen Filter im Kopf einschalten

    Moritz Becker hält Workshop an der IGS/Stadtschule Rodenberg / Medienkompetenz ist das Thema

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    RODENBERG (pd). Ein Workshop-Angebot der besonderen Art fand an der IGS/Stadtschule Rodenberg statt. Im voll besetzten Forum referierte Moritz Becker sehr unterhaltsam vor Eltern und Schülern über Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen. Dabei ging es vorrangig um den oft sorglosen Umgang mit Daten und Äußerungen im Internet, speziell in den Portalen ICQ, Youtube und SchülerVZ. Ziel der Veranstaltung war, das Bewusstsein der Jugendlichen in Bezug auf Datensicherheit zu schärfen.

    Referent Moritz Becker mit der Symbolfigur "Max".

    Becker stellte eine Holzfigur mit Namen "Max" als typischen Schüler vor, der von ihm mit in Wolken beschriebenen Eigenschaften behängt wurde. Und der Referent erklärte, dass das Internet das Bedürfnis der Jugendlichen, eine "Verabredungskultur" zu organisieren, stillen würde. Auch das Bedürfnis nach Unterhaltung oder der Wunsch, ernst genommen zu werden, werde im Netz erfüllt.

    Kinder und Jugendliche hätten vor ihren Eltern in der Regel einen riesigen Vorsprung im Umgang mit dem Internet. Darin würden sie sich wie selbstverständlich bewegen. Das Internet sei ein Spielraum, in dem sie unbekümmert und neugierig - wie Jugendliche nun mal wären - sich ausprobieren, Anerkennung und Orientierung suchen würden.

    Ohne erhobenen Zeigefinger und mit Hilfe von "Max" aus SchülerVZ klärte Becker seine Zuhörer unter anderem darüber auf, wie schnell persönliche Angaben ins Internet gelangen und für unzählige Menschen dauerhaft einsehbar werden. Er zeigte auf, wie sich sogar harmlose Informationen auf Bewerbungen um Ausbildungs- oder Arbeitsstellen auswirken können. Wer seine Daten bewusst öffentlich zur Schau trage und auf die möglichen Persönlichkeitsschutzrechte verzichtet, müsse davon ausgehen, dass sie jemand archiviert, mahnte Becker. Die Benutzer sollten bewusst entscheiden, was sie öffentlich zeigen wollen und was nicht. Von den Anbietern sozialer Netzwerke werde es in den nächsten Jahren keine ausreichenden Filter oder Schutzmechanismen geben. Der einzige Filter, der hier helfen könne, sei der Filter im Kopf des Benutzers.

    Becker ermutigte die Eltern: "Versuchen sie das Internet mit den Augen ihres Kindes zu sehen. Interessierten sie sich dafür, was ihr Kind dort tut. Bemühen sie sich zu verstehen, welche Möglichkeiten das Internet ihrem Kind eröffnet und nehmen sie diese ernst. Warnen sie es vor Risiken, die sie erkennen!" Foto:privat.

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