Am Sonntag, den 8. Februar, feiern wir in der katholischen Kirche den 5. Sonntag im Jahreskreis. Im Evangelium hören wir die Worte: „Ihr seid das Salz der Erde. Ihr seid das Licht der Welt.“
In letzter Zeit haben mich aus irgendeinem Grund besonders die Worte aus Albert Camus’ unvollendetem letzten Roman „Der erste Mensch“ bewegt: „…denn er war in eine Welt ohne Vorfahren und ohne Gedächtnis hineingeboren worden, in eine Welt, in der die Auslöschung all jener, die vor ihm gelebt hatten, restlos gewesen war (…) und heute spürte er, wie ihm das Leben, die Jugend, die Wesen selbst entglitten und er sie nicht mehr festhalten konnte; es blieb ihm nur die blinde Hoffnung, dass jene dunkle Kraft, die ihn so viele Jahre am Leben erhalten, ihn ohne Maß genährt und ihn in den härtesten Umständen getragen hatte, ihm mit derselben unerschöpflichen Freigebigkeit, mit der sie ihm stets Gründe zum Leben geschenkt hatte, auch Gründe geben würde, alt zu werden und ohne Aufbegehren zu sterben.“

Hier spricht Camus von blinder Hoffnung und von einer dunklen Kraft. Was ist damit gemeint?
Diese „dunkle Kraft“ ist nicht Gott im herkömmlichen Sinn. Sie ist die rohe Lebensenergie, der Instinkt zu existieren, etwas Urzeitliches, das den Menschen am Leben hält, selbst angesichts der Absurdität der Welt – ein Gedanke, den Camus schon im Mythos des Sisyphos entfaltet hat.
Wenn wir nun zu den Worten des Evangeliums zurückkehren, stellt sich die Frage: Wie können wir selbst das Licht der Welt werden?
Eines der zentralen Motive von dem Roman ist die Suche nach dem Vater – und nicht nur nach dem irdischen Vater. Zugleich aber ist das Buch ein zutiefst liebevolles Porträt der Mutter. In seiner ganzen Tiefe zeigt Camus, dass die „dunkle Kraft“ des Lebens nicht alles ist: Es gibt auch das Licht, den Funken der Hoffnung, der uns den Weg weist – zur Suche nach dem Vater und zur Hingabe der Liebe, die wir von der Mutter empfangen haben.
Auch die Liturgie dieser Woche ist stark vom Licht geprägt. Am 2. Februar feierten wir das Fest Maria Lichtmess, und in diesen Tagen wird der Blasius-Segen gespendet. Bei